In einer Studie der "Division of Transplantation Surgery, Karolinska Institute" in Stockholm, Schweden, untersuchten Wissenschaftler 37 Patienten, die Empfänger einer transplantierten Leber waren. Überwacht wurden die Lebern mit Hilfe der intrahepatischen Mikrodialyse. Dabei werden Daten aus der Leber an einen Computer an der Bettkante des Patienten gesendet. Das sind unter anderem Glukose- und Glycerolwerte sowie Angaben zum Pyruvat- und Laktatspiegel. Der Laktat/Pyruvat-Quotient ist ein Marker für Gewebeschäden in der Leber.

Bei den 37 Patienten wurde die Mikrodialyse mit Hilfe eines intrahepatischen Katheters vorgenommen. Einmal pro Stunde wurden die Daten gesendet, drei bis sieben Tage lang nach der Transplantation.

Wie sich zeigte, bleiben die intrahepatischen Glycerolwerte zwar nach der Transplantation hoch, aber stabil. Bei 20 Patienten entwickelten sich dagegen zum Teil mehrmals Phasen einer Hyperglykämie. Nach einigen Episoden stieg der Laktat/Pyruvat-Quotient signifikant an (p kleiner 0.02). Solche hohen Quotientenwerte deuteten gelegentlich auf eine Leberischämie hin.

Obwohl die intrahepatischen Glycerolspiegel innerhalb von zwei Tagen nach der Transplantation deutlich sanken, stiegen sie am vierten Tag wieder. Bei 25 von 37 Patienten (67,6 Prozent) stiegen die Glycerolwerte in der Leber an. Interessanterweise können erhöhte intrahepatische Glycerolwerte offenbar bevorstehende Komplikationen andeuten. So traten bei vier Patienten mit erhöhten intrahepatischen Glycerolwerten eine Cholangitis auf, bei 14 Patienten wurde das Organ abgestoßen. In einem Fall kam es zur Gallengangsstenose. Im Gegensatz dazu wurde nur bei vier Patienten ohne intrahepatische Glycerolerhöhung die Leber wieder abgestoßen.

MEDICA.de; Quelle: 11th Annual Congress of the International Liver Transplantation Society