Intraoperative Chemotherapie gefördert

Bei diesem Verfahren wird eine Operation mit einer lokalen Chemotherapie kombiniert. Bei zehn bis 20 Prozent aller Patienten mit einem Tumor der inneren Organe haben die Krebszellen bereits bei der Erstdiagnose in den Bauchraum und das die Bauchhöhle auskleidende Bauchfell, das Peritoneum, gestreut. Die Peritonealkarzinose tritt insbesondere bei Tumoren des Magens, des Darms und der Eierstöcke auf.

Die Heilungsaussichten sind meist sehr schlecht, denn die Chemotherapie ist häufig nicht ausreichend wirksam. Der Grund: Die Medikamente werden in das Blutgefäßsystem verabreicht und gelangen so hauptsächlich in gut durchblutete Organe. In der Bauchhöhle hingegen ist die Konzentration der Chemotherapie zu gering.

Seit vier Jahren wird am Südwestdeutschen Tumorzentrum Tübingen die intraoperative Chemotherapie zur Behandlung von Metastasen im Bauchraum eingesetzt. Bei diesem Verfahren werden die Medikamente unmittelbar nach der operativen Entfernung des Tumors in einer 41-42 Grad Celsius warmen Flüssigkeit direkt in die Bauchhöhle gespült. Durch die Erwärmung erhöht sich die Wirksamkeit der Zytostatika. "Mit diesem Verfahren können die Heilungschancen bei einer Reihe von Erkrankungen deutlich verbessert und die Lebensqualität der Betroffenen erhöht werden", erklärt Professor Dr. Jörg Thomas Hartmann von der Universität Tübingen.

Das interdisziplinäre Verfahren ist technisch und personell jedoch sehr aufwändig und erfordert die Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachgebiete. "Mit Hilfe der Förderung durch die Deutsche Krebshilfe soll das Verfahren jetzt weiter optimiert und etabliert werden", erklärt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Tübingen