Nebennierentumore werden immer häufiger zufällig entdeckt bei der konventionellen Bildgebung. Differenzialdiagnostisch finden sich unterschiedliche Tumorentitäten mit entsprechend unterschiedlicher therapeutischer Konsequenz. Mit einer spezifisch adrenokortikalen Bildgebung könnte man eine invasive Diagnostik oftmals umgehen.

In einer Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Würzburg und München sowie Berlin wurde jetzt 123Iodmetomidat, (123IIMTO) das spezifisch an die beiden adrenalen CYP11B-Enzyme bindet, als Radiotracer für die Nebennieren-Bildgebung entwickelt.

Pharmakokinetik und Biodistribution nach Injektion von 40 MBq der Substanz wurden mittels Kleintier-SPECT bei Mäusen evaluiert. Weiterhin untersuchte man vier Patienten mit bekanntem metastasiertem Nebennierenkarzinom und vier Patienten mit unklaren Nebennierenraumforderungen bei teilweise anderweitiger Malignomanamnese.

Im Kleintier-SPECT konnten die murinen Nebennieren durch (123IIMTO) exzellent dargestellt werden mit hohem Traceruptake und geringer Hintergrundaktivität. Bei den Patienten waren die Nebennieren erstmalig nach 60 Minuten nach der Injektion darstellbar mit maximalem Traceruptake nach fünf bis sechs Stunden.

Die errechnete Strahlendosis lag bei 2,2-3,2 mSv. Sechs der sieben vorhandenen Primärtumore zeigten eine spezifische (123IIMTO)-Anreicherung, was deren adrenokortikale Genese bestätigte. Ein stark dedifferenziertes Nebennieren-Karzinom war (123IIMTO)-negativ. Bei Patienten mit Nebennieren-Karzinom gelang darüber hinaus teilweise der Nachweis von Metastasen.

MEDICA.de; Quelle: 113. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)