Die "American Cancer Society" und "American Urological Association" empfehlen beide jährliche PSA-Tests bei allen Männern, die älter als 50 Jahre sind. Die "U.S. Preventive Services Task Force" dagegen hat sich dieser Empfehlung nicht angeschlossen und manche Ärzte glauben, dass die Kosten des Screenings in einem ungünstigen Verhältnis zum Nutzen stehen.

Tatsächlich aber hat das jährliche PSA-Screening deutliche Vorteile: Das zeigt eine retrospektive Studie, die Jason Efstathiou, MD, PhD, vom Harvard Radiation Oncology Program in Boston, Massachusetts, USA, jetzt auf dem Jahreskongress der American Society for Therapeutic Radiology and Oncology (ASTRO) in Denver vorstellte.

Die Studie zeigte, dass 11,3 Prozent aller Männer, die sich nicht jährlich testen lassen, binnen zehn Jahren an einem Prostatakarzinom sterben. Dagegen stehen nur 3,6 Prozent jener Männer, die sich jährlich testen lassen (p gleich 0.0002) und an diesem Karzinom sterben.

Auch in anderer Hinsicht hat das jährliche PSA-Screening deutliche Vorteile: Nur bei wenigen Männern, die sich jährlich testen lassen, wird irgendwann ein Prostatakarzinom im fortgeschrittenen Stadium entdeckt (Gleason Score 7 bis 10). Bei den Nicht-Testern dagegen wesentlich mehr. Unterziehen sich die getesteten Männer wegen eines Prostatakarzinoms einer Operation, dann verdoppelt sich nur in 4,6 Prozent der Fälle der PSA-Wert binnen drei Monaten, was auf eine schlechte Prognose hindeutet. In der anderen Gruppe ist das bei 12,1 Prozent der Fall (p kleiner 0.0001).

Allerdings gab es beim ASTRO-Kongresas auch kritische Stimmen: Dass PSA-Screening die Diagnose eines Prostatakarzinoms verbessert, sei unbestritten, so hieß es. Doch dass es auch die Überlebenschancen verbessert, müsse noch nachgewiesen werden.

MEDICA.de; Quelle: American Society for Therapeutic Radiology and Oncology 47th Annual Meeting