Seit mehr als einem Jahrzehnt weiß man, dass das PSA bei Männern mit einem Prostatakarzinom schneller steigt als bei gesunden Männern. Dieser Schwellenwert des PSA-Anstiegs sollte allerdings altersabhängig definiert sein. Das behaupten Dr. Judd W. Moul und seine Arbeitsgruppe vom Duke University Medical Center, Durham, North Carolina, USA. Sie untersuchten 11.861 Männer, die innerhalb von zwei Jahren mindestens zwei PSA-Tests abgelegt hatten.

Die Prävalenz des Prostatakarzinoms lag bei 8,0 Prozent bei den Männern zwischen 50 und 59 Jahren und bei 14,9 Prozent bei jenen zwischen 60 und 69 Jahren. Waren die Männer über 70 Jahre alt, waren 17,9 Prozent von ihnen betroffen. Bei den Männern mit Prostatakarzinom lag der durchschnittliche PSA-Wert bei 5,6 ng/mL in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen und bei 8,1 ng/mL ab 70 Jahren. Die korrespondierenden Werte für den Anstieg des PSA-Wertes: 1,37 ng/mL beziehungsweise 1,89 ng/mL pro Jahr.

Man untersuchte auch die Sensitivität beziehungsweise Spezifität bestimmter Grenzwerte für die Entdeckung eines Prostatakarzinoms: Legte man den Grenzwert auf 4,0 ng/mL fest, dann betrug die Sensitivität bei Männern über 70 Jahre 76,7 Prozent und die Spezifität 69,8 Prozent. Legte man den Grenzwert aber auf 2,0 ng/mL fest und untersuchte die Männer zwischen 50 und 59 Jahren, dann lagen die entsprechenden Werte bei 84,1 Prozent beziehungsweise 74,4 Prozent.

Man untersuchte auch Grenzwerte für den PSA-Anstieg pro Jahr: Lag dieser bei jüngeren Männern bei 0,40 ng/mL pro Jahr, konnte man eine Sensitivität von 84,3 Prozent und eine Spezifität von 72,4 Prozent bei der Entdeckung eines Prostatakarzinoms errechnen. Das ist jedenfalls höher als die entsprechenden Werte bei Männern über 70 Jahre, bei denen der Grenzwert des PSA-Anstiegs auf 0,75 ng/mL festgelegt wurde.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Urology 2007, Vol. 177, S. 499-504