In vielen Ländern der Welt ist das Prostatakarzinom eine der häufigsten Erkrankungen bei Männern. Der Früherkennung dieser bösartigen Erkrankung kommt daher eine hohe Bedeutung zu. In den USA werden zum Beispiel 60 Prozent aller Männer über 50 Jahre regelmäßig auf ein Prostatakarzinom untersucht. Unklar ist bislang aber, welchen Wert ein Prostata-Screening bei jüngeren Männern unter 50 Jahre hat und wie hoch die Prävalenz dieses Karzinom bei Männern dieser Altersgruppe ist.

Daten zu dieser Frage liefert nun eine prospektive Kohortenstudie aus Großbritannien. 1.299 Männer im Alter zwischen 45 und 49 Jahren aus acht Praxen niedergelassener Ärzte nahmen an dieser Studie teil. Alle Männer, deren PSA-Wert bei der Untersuchung über 1,5 ng/ml lag, unterzogen sich einer Prostatabiopsie. Jene, bei denen sich ein lokalisiertes Prostatakarzinom diagnostizieren ließ, wurden eingeladen, sich randomisiert mit einer von drei verschiedenen Therapieoptionen behandeln zu lassen.

Zwölf Prozent jener Männer, deren PSA-Wert getestet wurde, hatten einen erhöhten PSA-Spiegel. In zehn Fällen lag tatsächlich ein Prostatakarzinom vor. Bei acht dieser Männer waren zwei Biopsien positiv und bei drei von ihnen war es schon zur perineuralen Invasion gekommen. Ein Tumor hatte ein recht hohes Volumen (cT2c). Neun Tumoren wurden mit cT1c eingestuft. Bei acht weiteren Tumoren zeigte sich bei der digitalen Examination kein positiver Befund.

Fünf von neun Patienten, die in Frage gekommen wären, stimmten zu, sich einer von drei möglichen Behandlungsmöglichkeiten zu unterziehen. Bei keinem einzigen von ihnen erhöhte sich während des Nachbeobachtungszeitraums von zwei Jahren der PSA-Wert.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 335, S. 1139