Je früher bei Epilepsie operiert wird, desto besser

Gute Aussichten; © Picture Disk

Entscheidend ist es neuen Erkenntnissen zufolge, frühzeitiger als bislang üblich zu operieren: "Je früher ein Patient einer Operation zugeführt wird, desto besser ist die Chance auf spätere Anfallsfreiheit", bestätigt Privatdozent Dr. med. Andreas Schulze-Bonhage, Leiter des Epilepsiezentrums am Neurozentrum des Universitätsklinikums Freiburg.

Dank einer erheblich verbesserten bildgebenden Diagnostik ist die chirurgische Behandlung von so genannten fokalen Epilepsien in den vergangenen Jahren immer sicherer und erfolgreicher geworden. Bei den betroffenen Patienten geht ein epileptischer Anfall von einem eingrenzbaren Bereich der Hirnrinde aus. Es ist heute möglich, die verursachenden Areale räumlich genau zu bestimmen und auch unscheinbare Störungen zu erkennen.

Bei vielen Eingriffen entwickeln die Operateure inzwischen eine maßgeschneiderte Operationsstrategie für den einzelnen Patienten. Allerdings ist das epileptogene Areal im Gehirn oft größer als die Bilder zunächst vermuten lassen. Deswegen müssen Ärzte weiterhin auch während der Operation immer wieder prüfen, wie groß der betroffene Bereich tatsächlich ist.

"Insgesamt scheint sich ein grundsätzlicher Wandel in der chirurgischen Epilepsietherapie anzubahnen", sagt Professor Dr. med. Josef Zentner, Direktor der Abteilung Neurochirurgie am Neurozentrum der Universität Freiburg. Denn derzeit werde intensiv an neueren Behandlungsverfahren gearbeitet, die das Bild der Epilepsiechirurgie verändern würden: Zukünftig könnten anfallshemmende Substanzen direkt am Ort der Anfallsentstehung eingesetzt werden. Es wäre sogar denkbar, Mikroimplantate im Gehirn einzupflanzen, die durch örtliche Abgabe hemmender Substanzen die Entstehung eines Anfalls verhindern.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften