Das wurde jetzt auf dem Jahreskongress des "American College of Cardiology" (ACC) in Orlando, USA, bekannt. Die Daten stammen aus der "Treating To New Targets (TNT)"-Studie, an der 10.001 Patienten teilgenommen hatten. Nach einer achtwöchigen Run-In-Phase mit 10 mg des Lipidsenkers Atorvastatin wurden jene Probanden, die LDL-Cholesterin-Werte unter 130 mg/dl erreichten, entweder mit 10 mg (5.006 Patienten) oder 80 mg (4.995 Patienten) Atorvastatin weiter behandelt. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Durchschnitt 4,9 Jahre.

Den primären Endpunkt aus tödlichem oder nicht-tödlichem Schlaganfall oder Myokardinfarkt oder Tod wegen koronarer Herzkrankheit erreichten in der 80 mg-Gruppe 434 Probanden im Vergleich zu 558 Ereignissen in der 10 mg-Gruppe. Dies entspricht einer absoluten Risikoreduktion von 2,2 Prozent beziehungsweise einer relativen Risikoreduktion um 22 Prozent (p gleich 0.0002).

Auch das Risiko eines schweren koronaren Ereignisses sank unter der höheren Dosierung um 20 Prozent stärker als unter der geringeren Dosis (p gleich 0.002). Es sank auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz: Und zwar unter 80 mg um 25 Prozent stärker als unter 10 mg (p gleich 0.01).

Diesen unbestreitbaren Nutzen der hohen Dosierung mussten sich die Probanden nicht mit einem Anstieg der Nebenwirkungen erkaufen. Es ereigneten sich lediglich fünf Fälle von Rhabdomyolysen, darunter zwei in der Hochdosisgruppe. Die Gesamtmortalität war in beiden Gruppen vergleichbar. Allerdings war das Studiendesign auch nicht dafür ausgelegt, um einen Unterschied in der Gesamtmortalität zu entdecken.

Zur Zeit laufen noch zwei weitere große Studien, in denen Lipisenker aus der Gruppe der Statine in verschiedenen Dosierungen miteinander verglichen werden.

MEDICA.de; Quelle: American College of Cardiology (ACC) 2005 Annual Scientific Session: Late-breaking clinical trials