Patienten kommen nach einer Hüftgelenksimplantation unterschiedlich gut wieder im Alltag zurecht. In einer prospektiven Studie wurde nun untersucht, ob die Alltagsaktivität nach einer solchen Implantation von der Ausgangsdiagnose abhängt oder durch die Art der Rehabilitationsbehandlung unterschiedlich gefördert wird.

An dieser Studie nahmen 120 Rehabilitationspatienten teil, je 60 nach Schenkelhalsfraktur oder Coxarthrose. Innerhalb dieser Hauptgruppen wurden die Patienten randomisiert unterschiedlichen Therapieoptionen zugeteilt, täglicher Einzelkrankengymnastik oder allgemeiner medizinischer Trainingstherapie und Alltagstraining in der Gruppe. Im Eigen- und Fremdrating erfassten die Studienleiter Schmerz, Gelenkbeweglichkeit, Gangbild und Alltagsfunktion zu Beginn der Rehabilitation, am Ende und erneut drei Monate postoperativ.

Während des Rehabilitationsverlaufs gingen die Beschwerden in allen Gruppen gleichmäßig zurück. Auch beim Gangbild und der Alltagsfunktion zeigte sich kein Unterschied. Doch drei Monate postoperativ war die Beschwerdeempfindung bei den Coxarthrose-Patienten deutlich geringer und die Alltagsfunktion nun besser als bei den Patienten mit Schenkelhalsfrakturen, trotz deren frühpostoperativ besseren Gelenkfunktionen.

Die bessere Alltagsaktivität und geringeren Beschwerden drei Monate postoperativ bei den Coxarthrose-Patienten könnten daher rühren, dass sie ihre vorher erheblich eingeschränkte Lebensqualität wieder gewinnen. Verschiedene Therapiekonzepte – Einzelkrankengymnastik oder allgemeines Alltagstraining – hatten zwar auf die Gelenkfunktion Einfluss, nicht aber auf den Beschwerderückgang und die Alltagsfähigkeit.

Im Ergebnis sind elektive Physiotherapie und alltagsadaptiertes Eigentraining, medizinische Trainingstherapie und Gruppenübungen also gleichwertig.

MEDICA.de; Quelle: Phys Rehab Kur Med 2008, Vol. 18, S. 122-126