Jede vierte schwangere Frau greift zur Zigarette

Viele Raucherinnen lassen sich von
einer Schwangerschaft wenig
beeindrucken; © NCI Visuals Online

Rauchen vor, während, aber auch nach der Schwangerschaft ist für Mütter und ihre Kinder gesundheitsgefährdend. Wie weit sind jedoch die wissenschaftlichen Erkenntnisse in Bezug auf die Prävention und Intervention beim Rauchen in der Schwangerschaft in der internationalen Forschung fortgeschritten?

Eine Forschergruppe unter der Leitung von Diplom-Psychologe Wolfgang Hannöver vom Institut für Medizinische Psychologie an der Universität Greifswald führte dazu eine Studie durch: Sie befragten zwischen 2001 und 2004 fast 3.000 Frauen auf sechs Geburtenstationen in Mecklenburg-Vorpommern zu ihrem Rauchverhalten. Die Ergebnisse besagen, dass 41,7 % der Frauen vor der Schwangerschaft geraucht haben und 25,5 % zum Zeitpunkt der Geburt. Sechs Monate nach der Geburt rauchten bereits wieder 33,5 % und ein Jahr später 34,6 % der jungen Mütter. Von den Frauen, die vor der Schwangerschaft geraucht hatten, gaben 60 % an, während der Schwangerschaft mit dem Zigarettenrauchen aufgehört zu haben. Dies geschah zu 81,8 % im ersten Drittel der Schwangerschaft.

Die befragten Frauen wurden in zwei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe wurde mehrfach zum Rauchen beraten. Die Ergebnisse der Behandlung wurden im zeitlichen Verlauf dokumentiert und mit einer Kontrollgruppe verglichen, die nicht beraten wurde, sondern lediglich Informationsmaterialien zum Thema Rauch-Stopp erhielt.

Sechs Monate nach den Beratungen hatten in der Beratungsgruppe mehr Frauen mit dem Rauchen aufgehört und weniger Frauen wieder angefangen. Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren gering. Nach zwölf Monaten verringerten sich die Unterschiede zwischen beiden Gruppen erwartungsgemäß. Insgesamt hatten mehr Frauen in der Beratungsgruppe mit dem Rauchen aufgehört. Die Anzahl an "Rückfälligen" konnte aber nicht weiter aufgehalten werden.

Die Studie unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf, dem Rauchen vor, während und nach der Schwangerschaft stärker und wirkungsvoller als bisher zu begegnen.

MEDICA.de; Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald