Im Auftrag der US-amerikanischen „National Institutes of Health (NIH)“ haben Wissenschaftler der University of Texas in Houston, USA, untersucht, inwiefern Mythen über den Ursprung und die Verbreitung des HI-Virus bei US-Amerikanern Gehör finden. 1997 und 1998 sprachen die Studienleiter willkürlich englischsprechende Personen an öffentlichen Plätzen in Houston wie zum Beispiel Parks und Shopping-Malls an und baten sie, einen anonymen Fragebogen auszufüllen. Der Fragebogen bestand aus zwei Fragen: „Do you believe AIDS is an agent of genocide created by the United States government to kill off minority populations?" und: “What percentage of your partners use condoms during sexual contact?"

An der Studie nahmen 441 schwarze Amerikaner, 456 spanischstämmige Amerikaner, 297 weiße Amerikaner und 300 Asiaten teil.

Die schwarzen Amerikaner neigten am ehesten der These zu, dass AIDS von der US-Regierung entwickelt worden sei, um ethnische Minoritäten zu töten. 27,3 Prozent der Männer und 31,2 Prozent der Frauen bejahten diese lächerliche Behauptung. Bei den spanischstämmigen US-Amerikanern waren dies 21,4 Prozent und 23,8 Prozent. Immerhin 19,6 Prozent der weißen Männer und 21,7 Prozent der weißen Frauen sahen dies ebenso. Am wenigsten waren die Asiaten von solchem Blödsinn zu beeindrucken: 11,2 Prozent (Männer) und 7,2 Prozent (Frauen) kreuzten ein „Ja“ auf ihrem Fragebogen an.

Als man die „Ja“-Antworten mit der Frage nach den Benutzung von Kondomen verglich, zeigte sich: Bei den Schwarzen gibt es eine inverse Assoziation zwischen dem Glauben an Verschwörungstheorien und der Wahrscheinlichkeit, ein Kondom zu benutzen.

Wenn Menschen glauben, dass AIDS nichts mit ihrem Handeln zu tun hat, sondern von einer bösen Regierung verbreitet wird, dann kann dies langfristig die Bemühungen zur Gesundheitsaufklärung hemmen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Aquired Immune Deficiency Syndrome 2006, Vol. 41, S. 342-344