Milchprodukte können offenbar das Risiko für Kolonkarzinome senken. Das hat vor zwei Jahren eine große Studie nachgewiesen. Ähnliches gilt für die Kalziumaufnahme: Je mehr man davon zu sich nimmt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, an einem Kolonkarzinom zu erkranken. In einer neuen Studie sollten diese Daten nun untermauert und gegebenenfalls ergänzt werden.

An dieser Kohortenstudie nahmen 45.306 schwedische Männer im Alter zwischen 45 und 79 Jahren teil. Keiner von ihnen zeigte Anzeichen eines Karzinoms. Im Jahre 1997 füllten sie einen Fragebogen zu ihren Ernährungsgewohnheiten aus.

Während des durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraums von 6,7 Jahren traten bei 449 Männern Kolonkarzinome auf. Nachdem man verschiedene Variablen wie Alter und andere Risikofaktoren herausgerechnet hatte, zeigte sich: Männer, die in Bezug auf ihre Kalziumaufnahme in der obersten Quartile lagen, hatten im Vergleich zu den Männern in der niedrigsten Quartile ein relatives Risiko von 0.68, an einem Kolonkarzinom zu erkranken (p glich 0.01).

Ähnliches galt für die Aufnahme von Milchprodukten: Sieben Portionen Milchprodukte pro Tag können das Risiko eines Kolonkarzinoms auf die Hälfte senken im Vergleich zu lediglich zwei Portionen Milchprodukten pro Tag (p gleich 0.01).

Als man sich die Subtypen der Kolonkarzinome genauer ansah, zeigte sich: Am stärksten sinkt das Risiko für proximale Kolonkarzinome, gefolgt von distalen Kolonkarzinomen und Rektumkarzinomen.

Nach Ansicht von Experten ist die Forschung auf diesem Gebiet noch lange nicht abgeschlossen. Weitere Studien sollen nun noch genauer untersuchen, welche Substanzen in den Milchprodukten tatsächlich für die Risikosenkung verantwortlich sind: konjugierte Linolsäure? Sphingolipide? Milchproteine? Außerdem könnte das Vitamin D auch eine Rolle spielen.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Clinical Nutrition 2006, Vol. 83, S. 527-528, 667-673