Jugendliche rauchen weniger und trinken weniger Alkohol

Foto: Kind raucht

Das regelmäßige Rauchen bei
Kindern und Jugendlichen hat von
2002 auf 2010 deutlich abge-
nommen;© panthermedia.net/
Franck Camhi

Kinder und Jugendliche in Deutschland rauchen und trinken weniger Alkohol, das ergab die Kinder- und Jugendgesundheitsstudie („Health Behaviour in School-aged Children“; HBSC) der Weltgesundheitsorganisation WHO im Vergleich der Jahre 2002, 2006 und 2010.

Wissenschaftler um Professor Matthias Richter arbeiten in Deutschland an der Auswertung der Umfragen mit. Die HBSC-Studie wird seit mehr als 25 Jahren durchgeführt und stellt Daten zu Gesundheit sowie gesundheitsbezogenen Wahrnehmungen, Einstellungen und Verhaltensweisen von Schülern im Alter von 10 bis 16 Jahren zusammen. Die Befragungen erfolgen alle vier Jahre in mittlerweile über 40 Ländern, die insgesamt über 200 000 Kinder und Jugendliche einschließen – in Deutschland etwa 5000. An den aktuellen Auswertungen nahmen neben der Martin-Luther-Universität die Universitäten in Bielefeld, Dresden und Hamburg sowie die FH Frankfurt teil.

Rauchen
Das regelmäßige Rauchen hat von 2002 auf 2010 deutlich abgenommen. „Die Rate bei den 13-Jährigen reduzierte sich von 14,1 Prozent im Jahr 2002 auf drei Prozent im Jahr 2010“, sagte Richter. Besonders stark sei der Rückgang von 2002 auf 2006 gewesen. Deutlich war auch der rückläufige Trend bei den 15-Jährigen: von 33 Prozent auf 14,9 Prozent. Der geschlechtsspezifische Unterschied ist zwischen Jungen und Mädchen dabei relativ gering.

Alkohol
Beim Alkoholkonsum (regelmäßig beziehungsweise alkoholbedingte Rauscherfahrungen) ist ein ähnlicher Trend wie beim Rauchen zu erkennen. Richter: „Die Raten sind unabhängig von Alter und Geschlecht deutlich gesunken.“ Für wiederholte Rauscherfahrungen haben sich die Werte für die 13-Jährigen mehr als halbiert, bei den 15-Jährigen um ein Viertel reduziert. Ingesamt haben Jungen deutlich mehr Alkoholerfahrungen als Mädchen.

Cannabis
Einen ausgeprägten Rückgang gab es ebenso beim Cannabiskonsum, wobei deutlich mehr Jungen als Mädchen Erfahrungen mit dieser Droge gemacht haben. Bei Jungen sank die Rate von 22 Prozent (2002) auf 10,7 Prozent acht Jähre später, bei Mädchen war ein Rückgang von 14,8 auf 5,7 Prozent zu verzeichnen.

In den Befragungen konnte auch eine leichte Verbesserung der subjektiven Gesundheit sowohl bei Jungen als auch Mädchen über die vergangenen acht Jahre beobachtet werden. Die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen fühlt sich gesund (2002: 85,2 Prozent, 2010: 87 Prozent). Die soziale Benachteiligung – und damit das erhöhte Risiko für eine beeinträchtigte Gesundheit – sei nach Ansicht der Wissenschaftler allerdings nicht rückläufig. „Die sozialen Unterschiede in der Gesundheit sind über den Beobachtungszeitrum hinweg konstant geblieben.“ Kinder und Jugendliche in der untersten Wohlstandskategorie schätzen ihre Gesundheit deutlich schlechter ein als sozial Privilegierte.

MEDICA.de; Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg