Junge Hausärzte würden aufs Land pendeln

12.10.2016

Das Problem des Ärztemangels auf dem Land schwelt schon seit Jahren. Nun zeigt eine neue Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig: Junge Ärzte würden auch pendeln - bis zu 50 Minuten für eine Strecke täglich.
Bild: Schild mit dem Wort "Landarzt" darauf und einem Pfeil nach links; Copyright: panthermedia.net/artono9

Laut einer aktuellen Umfrage würden junge Ärzte pendeln. So könnte der drohene Ärztemangel in ländlichen Gebieten abgemildert werden; ©panthermedia.net/ artono9

Ein Viertel aller niedergelassenen Ärzte plant, in den kommenden Jahren in den Ruhestand zu gehen. Zugleich steigen Lebenserwartung und der Bedarf an medizinischer Versorgung. "Allein in Leipzig werden nur zwölf Prozent der Absolventen Allgemeinmediziner. Wir würden 30 Prozent benötigen, um dem Bedarf nachzukommen. Wir sind also nicht mehr in der Lage, alle frei werdenden Stellen nach zu besetzen", rechnet Prof. Hagen Sandholzer vor, Leiter der Selbstständigen Abteilung für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Zudem ziehe es viele junge Ärzte eher in die Stadt als auf das Land.

Eine Befragung unter Medizin-Studierenden im vierten und fünften Studienjahr an den Universitäten Leipzig und Halle sowie an der Charité Berlin hat nun ergeben, dass Jungärzte bereit wären, zu ihrer Praxis auf dem Land zu pendeln - und in der Stadt zu wohnen. "Bis zu 50 Minuten für eine Strecke täglich würden die jungen Kollegen täglich in Kauf nehmen", sagt Dr. Thomas Frese von der Selbstständigen Abteilung für Allgemeinmedizin, der an dieser Studie beteiligt ist. "Dadurch könnten in Sachsen viele ländliche Gebiete abgedeckt werden. Doch es gibt nach wie vor weiße Flecken auf der Karte, etwa das Vogtland, die Lausitz oder Nordost-Sachsen."

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig

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