Junge Schlemmer bezahlen im Alter

Früher Genuss schafft späten
Verdruss; © Hemera

Wer sogar mehr als 12 Kilogramm über dem Normalgewicht wiegt, hat eine noch größere Wahrscheinlichkeit später unter Typ-2-Diabetes zu leiden. Bei Männern steigt das Risiko um das 1,5fache, bei Frauen sogar um das 4,3fache. Legen dagegen beide Geschlechter erst zwischen 40 und 55 an Gewicht zu, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit "nur" um etwa 11 bis 13 Prozent. Dies sind die Ergebnisse einer neuen Studie.

"Viele verschiedene Studien belegen bereits einen Zusammenhang zwischen Gewichtszunahme und Diabetesrisiko. Unsere Untersuchung weist jedoch erstmals darauf hin, dass auch der Zeitpunkt der Gewichtszunahme eine wichtige Rolle spielt," so Anja Schienkiewitz, Erstautorin der Studie.

"Das einmal zwischen 25 und 40 Jahren erworbene Übergewicht erhöht das Diabetesrisiko im späten Erwachsenenalter, auch wenn es in diesem Lebensabschnitt zu keiner weiteren Gewichtszunahme mehr kommt. Zudem bewirkt es ein um drei bis fünf Jahre früheres Einsetzen der Erkrankung. Da die Zahl junger übergewichtiger Erwachsener in Deutschland stetig steigt und bereits eine moderate Gewichtszunahme im jungen Erwachsenenalter das späte Erkrankungsrisiko nicht unwesentlich erhöht, geben unsere Ergebnisse Anlass zur Sorge. Zudem verdeutlichen sie, wie wichtig es ist, zeitlebens auf sein Gewicht zu achten," kommentiert Professor Heiner Boeing, vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Leiter der Studie.

Die Wissenschaftler werteten Daten von 7.720 männlichen und 10.371 weiblichen Studienteilnehmern/innen aus. Innerhalb der 7 jährigen Nachbeobachtungszeit diagnostizierten Ärzte bei 390 Teilnehmern und 303 Teilnehmerinnen einen Typ-2-Diabetes. Zur Zeit sind in Deutschland rund sechs Millionen Menschen an Typ-2-Diabetes erkrankt. Steigt die Anzahl der Menschen mit Typ-2-Diabetes weiterhin so stark an, werden es im Jahr 2010 etwa zehn Millionen Deutsche sein.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung