Körner blasen die Vorsteherdrüse auf

Körner tragen anscheinend zur
Vergrößerung der Prostata bei;
© Hemera

Über sozidemographische Faktoren, die das BPH-Risiko beeinflussen könnten, weiß man bis heute relativ wenig, obwohl die BPH eine der häufigsten Erkrankungen bei älteren Männern ist. Bisherige Studien haben keinen klaren Zusammenhang zwischen der Häufigkeit einer BPH und bestimmten Ernährungsgewohnheiten gezeigt.

Nun kommen dazu aber Daten aus Italien. Zwischen 1991 und 2000 schloss man in vier italienischen Provinzen 1.369 Männer in diese Studie mit ein. Alle waren jünger als 75 Jahre und wurden wegen einer BPH chirurgisch behandelt. 1.451 Männer im gleichen Durchschnittsalter ohne BPH-Probleme bildeten die Vergleichsgruppe. Alle Männer wurden gebeten, einen umfangreichen Fragebogen zu ihren Ernährungsgewohnheiten auszufüllen. Gefragt wurde zum Beispiel nach 78 verschiedenen Getränken oder Nahrungsmitteln.

Erstaunlicherweise steigt das BPH-Risiko offenbar, je mehr Körner in Form von Müsli die Männer zu sich nahmen. In der höchsten Quintile des Müslikonsums im Vergleich zur niedrigsten Quintile stieg das Risiko um 55 Prozent. Bei Eiern stieg das Risiko um 43 Prozent, bei Brot um 69 Prozent.

Anders dagegen Nahrungsmittel wie Suppe und gekochte Gemüse. In der höchsten Quintile im Vergleich zur niedrigsten sank das Risiko um 26 Prozent beziehungsweise 34 Prozent. Zitrusfrüchte senken das Risiko immerhin um gut 18 Prozent. Milch- und Joghurtprodukte, Kaffee, Tee, Pasta und Reis sowie Fisch beeinflussen das BPH-Risiko nicht.

Offenbar spielt die Ernährung also eine wichtige Rolle beim Risiko einer benignen Prostatahyperplasie. Warum aber gerade Körner, die doch meist als gesund bezeichnet werden und einen protektiven Effekt beim Kolonkarzinom haben, das BPH-Risiko steigern, kann die vorliegende Studie nicht erklären.

MEDICA.de; Quelle: Urology 2006, Vol. 67, S. 73-79