Körperliche Aktivität steigern, Depressionen abbauen

Foto: Mann mit Hand vor dem Gesicht

Sport und Freunde - ein mögliches
Rezept, um Depressionen abzubauen;
© panthermedia.net/Franck Camhi

Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass Maßnahmen zur Verringerung der Depression und zur Steigerung körperlicher Aktivität einen positiven Einfluss haben können. „Für schwer herzkranke Patienten ist es wichtig, aktiv zu bleiben, um eine Herztransplantation durchzustehen und anschließend wieder möglichst schnell auf die Beine zu kommen", sagt Doktor Heike Spaderna vom Psychologischen Institut der Universität Mainz. „Angesichts unserer Studienergebnisse raten wir dazu, die körperliche Betätigung im Alltag zu steigern und gleichzeitig depressive Symptome zu behandeln."

Wie ihre Erhebungen zeigen, haben Patienten, die auf eine Organspende warten, ein erhöhtes Risiko, nach einem Jahr verstorben oder wegen gesundheitlicher Verschlechterung von der Warteliste abgemeldet worden zu sein, wenn sie bereits zu Beginn ihrer Wartezeit unter depressiven Symptomen litten und sozial isoliert waren. Patienten ohne Depressionen und mit einem relativ großen sozialen Netzwerk – mehr als elf Freunde oder Verwandte – haben dagegen eine größere Chance, wegen gesundheitlicher Verbesserung von der Warteliste abgemeldet zu werden.

Eine weitere Erhebung zeigte, dass sich beinahe 50 Prozent im Rahmen ihrer normalen Lebensführung körperlich betätigten. Allerdings trieben weniger als 10 Prozent regelmäßig Sport. 39 Prozent der Patienten zeigten erhöhte Depressivitätswerte. „Es besteht ein Zusammenhang zwischen der depressiven Symptomatik und einer geringeren körperlichen Aktivität, den wir bei der medizinischen Betreuung dieser Patienten im Blick behalten müssen", erläutert Spaderna. Ob eine höhere Aktivität weniger Depressionen zur Folge hat oder ob umgekehrt Depressivität die körperliche Aktivität hemmt, ist unklar.

Die Autoren der Studie raten deshalb zu individuellen Aktivitätsprogrammen, die im Alltag der Patienten verankert sind, anstatt standardisierte Übungspläne "für jedermann" aufzulegen.


MEDICA.de; Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz