Unkontrollierte Studien haben schon länger gezeigt, das künstlich gezeugte Zwillinge zu Frühgeburt neigen und höhere neonatale Aufmerksamkeit beanspruchen als natürlich gezeugte Zwillinge. Allerdings sind Mütter künstlich gezeugter Kinder im Durchschnitt älter als andere Mütter und haben ein höheres Risiko für Frühgeburten beziehungsweise Kaiserschnitte. Es war daher nicht klar, ob die früheren Beobachtungen auf die Art der Zeugung oder das Alter der Mutter zurückzuführen sind.

Objektiv nachweisen sollte dies jetzt eine Meta-Analyse aus elf einschlägigen Studien. Zugelassen waren Studien zu in-vitro-Fertilisation oder intrazytoplasmatischer Spermieninjektion. Ob die Frauen oder die Männer infertil oder subfertil waren, blieb dabei unberücksichtigt. Zwillingsstudien mit natürlich gezeugten Kindern dienten als Kontrollgruppe. 2303 in-vitro-Zwillingen standen so 2.326 spontan gezeugten Zwillingen gegenüber.

Nachdem man die Kinder dem Alter der Mütter gematcht hatte, zeigte sich ganz deutlich: Zwillinge, die mit Hilfe von in-vitro-Fertilisationstechniken gezeugt wurden, haben ein signifikant höheres Risiko, früh geboren zu werden, nämlich zwischen der 32. und 36. Gestationswoche (relatives Risiko: 1.48).

Außerdem werden solche Kinder häufiger durch eine Sectio caesarea auf die Welt geholt als natürlich gezeugte Zwillinge (relatives Risiko: 1.33). Doppelt so häufig als andere Zwillingspäarchen müssen die künstlich gezeugten nach der Geburt intensivmedizinisch behandelt werden.

In Bezug auf perinatale Todesfälle, geringes Geburtsgewicht oder kongenitale Malformationen zeigte sich jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Obstetrics and Gynecology 2005, Vol. 193, S. 141-152