Verschiedene Studien haben gezeigt, dass eine Androgensuppressionstherapie über mindestens zwei Jahre bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Hoch-Risiko-Prostatakarzinom und einer externen Bestrahlungstherapie das Überleben verlängern kann. Allerdings hat die Androgensuppressionstherapie unerwünschte Wirkungen wie etwa Osteoporose, Depressionen und Beschwerden des metabolischen Syndroms. Eine kurzzeitige Androgensuppressionstherapie über weniger als zwei Jahre würde wahrscheinlich weniger Nebenwirkungen mit sich bringen und wäre auch preisgünstiger. Doch: Ist sie auch ebenso wirksam wie die zweijährige Androgensuppressionstherapie?

Das hat nun die „Radiation Therapy Oncology Group (RTOG) 8610“-Studie untersucht. Dies war die erste größere randomisierte Studie, die eine kürzere, neoadjuvante Androgensuppression in Verbindung mit externer Bestrahlung gegen die alleinige Bestrahlung testete.

456 Probanden mit einem Prostatakarzinom nahmen zwischen 1987 und 1991 daran teil. Das Durchschnittsalter der Männer lag bei 70 Jahren. Randomisiert erhielten die Patienten entweder nur eine externe Radiotherapie oder in Verbindung mit Androgensuppression über vier Monate.

Zehn Jahre später hatten unter der Kombinationstherapie 43 Prozent der Männer überlebt. Unter der alleinigen Radiotherapie dagegen nur 34 Prozent der Probanden. Die durchschnittliche Überlebenszeit lag bei 8,7 versus 7,3 Jahren. Allerdings waren diese Unterschiede statistisch nicht signifikant (p gleich 0.12). Signifikante Vorteile hatte die Kombination dagegen bei der krankheitsspezifischen Mortalität: 23 Prozent versus 36 Prozent (p gleich 0.01). Fernmetastasen waren unter der Kombinationstherapie deutlich seltener (35 Prozent versus 47 Prozent, p gleich 0.006). Vorteile auch in Bezug auf das biochemische Versagen (65 Prozent versus 80 Prozent, p kleiner 0.0001).

MEDICA.de; Quelle: Journal of Clinical Oncology 2008, Vol. 26, S. 1-7