Bild: Kaffebohnen 
Was genau in den Kaffebohnen
gegen Gicht schützt, ist
noch nicht klar; © SXC

Das zeigt eine Analyse von Subdaten der "Health Professionals Follow-Up Study", an der 45.869 Männer teilgenommen hatten. Keiner der Probanden zeigte zu Beginn der Studie Anzeichen von Gicht. Mit Hilfe spezieller Fragebögen quantifizierte man bei allen Männern unter anderem den Kaffeekonsum.

Dabei unterschieden die Studienleiter zwischen koffeiniertem Bohnenkaffee, entkoffeiniertem Kaffee und Tee. Die Fragebogenaktion wurde alle vier Jahre wiederholt, insgesamt zwölf Jahre lang. Außerdem untersuchte man, ob die Männer an Gicht litten, gemäß der Gicht-Kriterien des American College of Rheumatology.

Während des Beobachtungszeitraums von zwölf Jahren traten 757 Fälle von Gicht auf. Als man dies mit dem Kaffeekonsum der Probanden verglich, zeigte sich ein inverser Zusammenhang: Mit steigendem Kaffeekonsum sank das Risiko von Gicht: Bei weniger als einer Tasse Kaffe pro Tag lag das relative Risiko, an einer Gicht zu erkranken, im Vergleich zu den Kaffeeabstinenten bei 0,97. Das relative Risiko sank auf 0,92; 0,60 und sogar auf 0,41 bei einer bis drei Tassen Kaffe pro Tag beziehungsweise vier bis fünf und sechs oder mehr Tassen Kaffee pro Tag.

Ein ähnliches Bild ergab sich beim entkoffeinierten Kaffee: Bei diesem Getränk sinkt das relative Risiko bei gleicher Kaffeemenge auf 0,83; 0,67 und 0,73.

Dieses Ergebnis war unabhängig von Einflussfaktoren wie Body-Mass-Index (BMI), Ernährung, Alter, Hypertension, Alkoholkonsum oder chronischem Nierenversagen. Koffein aus anderen Quellen wie etwa Medikamenten oder auch Tee hatten keinen Einfluss darauf.

Aus allem dem muss man nicht nur schließen, dass Kaffee das Gichtrisiko bei Männern senkt, sondern auch, dass es wohl nicht das Koffein ist, das hier wirksam wird. Offenbar sind es bestimmte Substanzen der Kaffeebohne an sich, die hier eine protektive Wirksamkeit entfalten.

MEDICA.de; Quelle: Arthritis & Rheumatism 2007, Vol. 56, S. 2048-2054