In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich auf dem Gebiet der Geburtsmethoden viel getan. Einerseits versucht man, die Wünsche der werdenden Mütter zu berücksichtigen, andererseits sind Gynäkologen mancherorts bestrebt, die hohe Zahl der Kaiserschnitte zu senken. Während ein Kaiserschnitt nicht in allen Fällen einen klaren Vorteil für Mutter und Kind mit sich bringt, steigt andererseits das Risiko für beide. Man sollte daher werdenden Müttern klare Zahlen an die Hand geben zu können, welche Vor- und Nachteile ein Kaiserschnitt mit sich bringt.

Ein internationales Forscherteam hat jetzt im Rahmen des „2005 WHO global survey on maternal and perinatal health“ 106.546 Geburten an 410 Gesundheitseinrichtungen von acht Ländern Südamerikas untersucht. Dabei interessierte vor allem das perinatale Ergebnis von Kaiserschnittgeburten im Vergleich zu normalen vaginalen Geburten.

Frauen, die sich einem Kaiserschnitt unterziehen haben ein etwa doppelt so hohes Risiko, zu versterben als nach einer vaginalen Geburt. Sie benötigen nach einem Kaiserschnitt etwa fünf Mal häufiger eine Antibiotikatherapie. Liegt das Kind mit dem Kopf nach vorne im Mutterleib, dann bietet ein Kaiserschnitt leicht bessere Überlebenschancen für das Kind als bei einer vaginalen Geburt: Das Risiko eines fötalen Todes liegt bei 0,7. Allerdings ist in solchen Fällen auch das Risiko erhöht, dass ein Neugeborenes die ersten sieben Tage auf einer neonatologischen Intensivstation verbringen muss: um etwa dass Doppelte im Vergleich zur vaginalen Geburt. Ein Kaiserschnitt bei Kopflage des Kindes erhöht zudem auch das Risiko, dass das Kind nach der Geburt verstirbt um etwa 70 Prozent.

Liegt das Kind mit dem Steißbein nach vorne, steigt seine Überlebenschance durch eine Sectio caesarea deutlich an. Bei dieser Lage erhöht ein Kaiserschnitt nicht das Mortalitätsrisiko des Kindes nach der Geburt.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 335, S. 1025