Nur unvollständig ist untersucht, welchen Einfluss die kurzfristige Kalziumzufuhr durch entsprechende Präparate bei jungen heranwachsenden Frauen auf die Knochendichte hat. In einer früheren Studie hatten Wissenschaftler zeigen können, dass eine Kalzium-Zufuhr von 1.000 mg/Tag über ein Jahr bei Mädchen in der Postmenarche mit einer geringen Kalziumaufnahme die Knochendichte tatsächlich erhöhen kann.

In einer Folgestudie wollte dieselbe Studiengruppe nun herausfinden, ob dieser Erfolg in Bezug auf die Erhöhung der Knochendichte auch dreieinhalb Jahre nach der Kalziumgabe fortdauert oder ob sich die Knochendichte wieder dem vorherigen Zustand annähert, wenn man die Kalziumzufuhr absetzt. 49 Mädchen in der Verumgruppe und 47 Mädchen unter Placebogabe hatten an der ursprünglichen Studie teilgenommen und konnten nachuntersucht werden. Das Durchschnittsalter zum Beginn der Studie lag bei 14 Jahren.

Tatsächlich war die Knochendichte in der Gruppe derjenigen Mädchen, die dreieinhalb Jahre zuvor die Kalzium-Supplemente zu sich genommen hatten, tendenziell höher als in der Vergleichsgruppe. Das galt besonders für jene Mädchen, die sehr compliant gewesen waren (das heißt: Sie hatten mindestens 75 Prozent der Präparate eingenommen). Alter und Gewicht zu Beginn der Studie spielten dabei keine Rolle.

In einer weiteren Studie versorgten US-amerikanische Wissenschaftler 103 Mädchen im Alter von etwa elf Jahren mit 1.000 mg Kalzium pro Tag. 123 Mädchen dienten als Vergleichsgruppe. Vier Jahre nach Studienbeginn war die Knochendichte bei den Mädchen unter Kalziumgabe signifikant höher als in der Vergleichsgruppe. Sieben Jahre nach Studienbeginn - die Kalziumgabe war längst abgesetzt - hatte sich der Vorsprung verflüchtigt. Lediglich im Metacarpal-Knochen und im proximalen Radius konnten noch Unterschiede gemessen werden.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Clinical Nutrition 2005, Vol. 81, S. 168-188