Kalzium und Phospat sind Freunde der Zähne

Mit Getränkezusätzen könnten
Zahnarztbesuche reduziert werden
© Hemera

Säurehaltige Getränke wie Zitrusbrausen, Cola oder Orangensaft schwächen die Struktur des Zahnschmelzes so stark, dass er weich wird und schließlich kleine Teile dieser natürlichen Schutzschicht herausbrechen.

Materialwissenschaftler fanden mit Hilfe der Nanoindentation außerdem heraus, dass nach einem Säureschock durch Getränke kein Selbstreparaturmechanismus einsetzt. Der Zahnschmelz remineralisiert sich nicht alleine.

In einer Studie setzten Materialwissenschaftler 120 verschiedene Zahnproben drei unterschiedlichen "Mustergetränken" aus: Einem Mineralwasser, bei dem aufgrund fehlender Säure keine Zahnerosion zu erwarten war, sowie ein zitronensäurehaltiges Getränk mit einem pH-Wert, der jenem vieler bekannter Soft-Drinks entspricht. Das dritte Getränk hatte auch den gleichen Säuregehalt und pH-Wert wie das zweite, enthielt aber zusätzlich geringe Mengen an Calcium und Phosphat.

Die Zahnschmelzproben wurden für festgelegte Zeitabschnitte (eine halbe bis zehn Minuten) den Getränken ausgesetzt. Anschließend wurde die Härte der Zahnschmelzproben mit dem Nanoindenter untersucht, einer Diamantspitze mit einem Durchmesser von einem zehnmillionstel Meter.

Beim Wasser zeigte der Zahnschmelz erwartungsgemäß keinerlei Veränderung. Die säurehaltigen Getränke erweichten zwar beide den Zahnschmelz; bei dem Calcium und Phosphat enthaltenden Getränk dauerte dies aber etwa doppelt so lange, wie bei dem Getränk, das nur die Zitronensäure enthielt. Das mineralienhaltige Getränk ist folglich wesentlich weniger erosiv als viele herkömmliche Soft-Drinks.

Wenn schon auf Säuren in Getränken nicht vollständig verzichtet werden kann, da diese den Getränken ihren typischen erfrischenden Charakter verleihen, so wäre dies ein neuer Ansatz, der Zahnerosion gegenzusteuern.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Oral Rehabilitation 2005, Vol. 32, S. 16