Kalzium und Vitamin-D-Tabletten nutzen kaum

Kein Nachweis für Sinn von
Supplement; © PixelQuelle.de

Die Osteoporose ist einer der Hauptgründe für Frakturen, Verletzungen und Todesfälle bei Frauen in der Postmenopause. Während einige klinische Studien darauf hindeuten, dass Kalzium- und Vitamin D-Nahrungssupplemente den Verlust an Knochenmasse verringern könnten und damit auch das Risiko von Frakturen reduzieren, haben jüngste Studien mit 1.000 mg Kalzium und 800 IU Vitamin D pro Tag keinerlei Nutzen in Bezug auf Nicht-Wirbelfrakturen gezeigt.

Ein differenziertes Bild zeichnet jetzt eine Studie, an der 36.282 postmenopausale Frauen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren teilnahmen. Randomisiert erhielten sie entweder 1.000 mg Kalzium mit 400 IU Vitamin D3 pro Tag oder Placebo. Während des siebenjährigen Nachbeobachtungszeitraums wurden die Teilnehmerinnen regelmäßig auf Frakturen untersucht und die Knochendichte gemessen.

Im Vergleich zu den Frauen in der Kontrollgruppe hatten jene unter Kalzium- und Vitamin-D-Supplementen eine 1,06 Prozent höhere Knochendichte im Oberschenkelhals (p kleiner 0.01). Das Risiko, einen Oberschenkelhalsbruch zu erleiden, war bei den supplementierten Frauen zwölf Prozent geringer. Zehn Prozent geringer war das Risiko, eine Wirbelfraktur zu erleiden und insgesamt traten 14 Prozent weniger Frakturen auf im Vergleich zur Placebogruppe. Diese Werte waren allerdings nicht signifikant. Es traten unter der Supplementation auch 17 Prozent mehr Nierenverkalkungen auf.

Die Studienautoren sehen sehr wohl die Schwächen ihrer Studie: Viele Frauen waren nicht konform und der Nachbeobachtungszeitraum war möglicherweise zu kurz. Dennoch kommen die Studienautoren zu dem Schluss, dass allein die leichte Erhöhung der Knochendichte unter Kalzium- und Vitamin-D-Supplementen nicht rechtfertigt, postmenopausalen Frauen solche Supplemente zu empfehlen.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2006, Vol. 354, S. 669-696