Die einfachste Empfehlung zum Schutz vor Osteoporose lautet: Kalzium und Vitamin D3 einnehmen, entweder alleine oder als Kombination. Beide Stoffe spielen eine wichtige Rolle beim Knochenstoffwechsel und müssten daher die Zahl der Frakturen reduzieren können.

Zweifel weckt nun die „Randomised Evaluation of Calcium Or vitamin D3 (RECORD)”-Studie. 5.292 ältere Personen über 70 Jahre nahmen daran teil, 70 Prozent davon Frauen. Alle hatten eine Fraktur als Folge eines wenig traumatischen Ereignisses erlitten und waren davor völlig mobil gewesen. Zur sekundären Prophylaxe verabreichte man ihnen randomisiert entweder 800 IU Vitamin D3 oral pro Tag oder 1.000 mg Kalzium pro Tag. Eine dritte Gruppe erhielt eine Kombination aus beiden und die vierte Gruppe schließlich bekam nur Placebo.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von 24 bis 62 Monaten traten bei 698 der Probanden (13,0 Prozent) nicht-traumatische Frakturen auf. In 183 Fällen (26 Prozent) betraf das den Oberschenkelhals. Die Inzidenz solcher Frakturen unterschied sich kaum zwischen den einzelnen Gruppen. Auch als man die Zahl aller neu auftretenden Frakturen miteinander verglich zeigte sich kein Unterschied bezüglich der vier Gruppen.

Die Zahl unerwünschter Wirkungen waren ebenfalls vergleichbar in den einzelnen Gruppen. Allerdings lag die Compliance bei der Einnahme der Kalzium-Supplemente etwas niedriger, da die Tabletten gelegentlich gastrointestinale Beschwerden verursachten.

Das Ergebnis enttäuscht. Offenbar, so schreiben auch die Studienleiter, sind weder Kalzium oder Vitamin D3 alleine noch die Kombination beider dazu geeignet, bei gefährdeten Patienten nach einer ersten nicht-traumatischen Fraktur weitere Frakturen zu verhindern.

MEDICA.de; Quelle: Lancet Early Online