Kalzium und Vitamin D - seit vielen Jahren geradezu Klassiker für die Knochen. Wenn es um die Frage geht, wie man bei alten Menschen die Knochen "hart" machen und dadurch die Frakturgefahr verringern könnte, werden immer wieder diese beiden natürlichen Wirkstoffe ins Gespräch gebracht. Doch: Können Kalzium und Vitamin D tatsächlich die Frakturrate bei Senioren senken, wenn sie als Nahrungssupplemente verabreicht werden?

Diese Frage sollte eine offen randomisierte kontrollierte Studie beantworten. 3.314 Frauen im Alter von über 70 Jahren nahmen daran teil. Alle hatten mindestens einen Risikofaktor für einen Oberschenkelhalsbruch: Sei es, dass sie bereits einmal die Knochen gebrochen hatten, ein geringes Körpergewicht aufwiesen (weniger als 58 Kilogramm), Raucherinnen waren, Knochenfrakturen in der Familienanamnese vorkamen oder in einem schlechten Allgemeinzustand waren. Randomisiert erhielten sie täglich eine Tablette, die 1.000 mg Kalzium und 800 IU Cholecalciferol (Vitamin D3) enthielt und zusätzlich ein kleines Büchlein, das über die Kalziumaufnahme mit der Nahrung informiert. Die Kontrollgruppe musste sich mit dem Büchlein begnügen und erhielt keine Nahrungssupplemente.

Nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 25 Monaten war die Frakturrate in beiden Gruppen geringer als erwartet. In Bezug auf die Zahl der Gesamtfrakturen unterschieden sich die beiden Gruppen nicht signifikant voneinander. Anders dagegen bei Oberschenkelhalsbrüchen: Unter den Nahrungssupplementen verringerte sich das Risiko um 25 Prozent.

Verschiedentlich war gemutmaßt worden, dass Kalzium- und Vitamin D-Zusätze zur Nahrung die Zahl von Stürzen bei älteren Menschen verringern könnte. In der aktuellen Studie jedoch konnten die Nahrungssupplemente die Zahl der Stürze nicht signifikant senken.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 330, S. 1003