Kampf gegen Fettleibigkeit

Bis 2020 hält die Allianz verschiedene Maßnahmen für notwendig, beispielsweise eine Präventionsstrategie zu entwickeln, welche die gegenwärtigen dick-machenden (adipogenen) Umweltbedingungen mit einbezieht, aus Best-Practice und evidenzbasierten Ansätzen eine koordinierte nationale Strategie abzuleiten, Konzepte gegen Stigmatisierung und Diskriminierung Adipöser sowie frühe Präventionsmaßnahmen für Schwangerschaft und Kindheit zu entwickeln.

Die Allianz erarbeitete ein Strategiepapier als Handlungsanstoß für Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Medien. Um der Adipositasepidemie entgegenzuwirken und einen gesünderen Lebensstil in der Gesellschaft zu erreichen, sei eine neue transdisziplinäre Strategie nötig, die weit über die Medizin hinausgehe.

Die Kernbotschaft lautet: Adipositas ist längst kein individuelles, medizinisches Problem mehr. Adipositas in Deutschland ist auch eine Folge gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Deshalb müssen zum einen die verschiedenen Wissenschaftsfelder kooperieren und ihr Wissen in eine gesamtgesellschaftliche Adipositas-Strategie einbringen, und zum anderen muss die Politik für deren Umsetzung sorgen. Neben Medizinern sind also etwa Pädagogen, Ernährungs- und Sportwissenschaftler, Soziologen oder Stadtplaner gefragt.

Medizinische Konzepte allein reichen laut der Nationalen Adipositas-Allianz nicht aus, um das Problem krankhaften Übergewichts in den Griff zu bekommen. Vor allem wegen der adipogenen Umwelt sind die bisherigen Gewichtsreduktionsprogramme in ihrem Erfolg begrenzt sind.

Deshalb müssten auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so verändert werden, dass jedem ein gesunder Lebensstil möglich ist - unabhängig von Schicht und Alter.

MEDICA.de; Quelle: Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen