Wissenschaftler der University of Chicago in Illinois glauben, dass selektive COX-2-Hemmer zu häufig eingesetzt wurden. Dazu analysierten die Studienleiter Daten des "National Ambulatory Medical Care Survey" (1999 bis 2002) beziehungsweise des "National Hospital Ambulatory Medical Care Survey" (1999-2001). Wenn Ärzte 1999 einen COX-2-Hemmer oder ein NSAR verordneten, dann in 35 Prozent der Fälle einen COX-2-Hemmer.

2000 lag deren Marktanteil bereits bei 55 Prozent und bei 61 Prozent zwei Jahre später. Auch in der Gruppe jener Patienten, die das geringste Risiko einer gastrointestinalen Blutung hatten, erhöhte sich der Anteil der COX-2-Hemmer zwischen 1999 und 2002 von zwölf auf 35 Prozent. In den Augen der Studienleiter ist dies ein Hinweis darauf, dass COX-2-Hemmer eindeutig zu oft eingesetzt werden.

Eine Beobachtungsstudie untersuchte das kardiovaskuläre Risiko nach Einnahme eines COX-2-Hemmers (6.250 Patienten über 50 Jahre) im Vergleich zur Einnahme eines nicht-spezifischen NSAR (5.245 Patienten). Zwölf Prozent der Patienten erlitten im Untersuchungszeitraum ein kardiovaskuläres thrombotisches Ereignis. Anwender eines COX-2-Hemmers hatten jedoch gegenüber jenen Patienten, die ein Nicht-Naproxen-NSAR einnahmen keinen statistischen Nachteil.

Rofecoxib scheint - anders als Celecoxib und Naproxen - den Blutdruck zu erhöhen. Das zeigt die kontrollierte "Celecoxib Rofecoxib Efficacy and Safety in Comorbidities Evaluation Trial (CRESCENT)"-Studie, an der Patienten mit Typ-2-Diabetes und Hypertonie sowie Osteoarthrose teilnahmen. Randomisiert erhielten sie zwölf Wochen lang 200 mg Celecoxib einmal täglich, 25 mg Rofecoxib einmal täglich oder 500 mg Naproxen zwei Mal täglich.

Nach sechswöchiger Therapie hatte sich bei den Patienten unter Rofecoxib der systolische Blutdruck signifikant um durchschnittlich 4,2 mmHg erhöht (p kleiner 0.001), jedoch nicht unter Celecoxib und Naproxen.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2005, Vol. 165, S. 158-160, 161-168, 171-177, 181-186, 189-192