Kassenpatienten warten im Krankenhaus länger

Foto: Versichertenkarte

Auch bei Krankenhausbehandlung
benachteiligt: Gesetzlich Versicherte;
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Die Studie der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr (WHL) und der Technischen Universität Ilmenau weist erstmals nach, dass es auch für viele Krankenhäuser relevant ist, ob sich ein Patient privat oder gesetzlich versichert hat. So fragte jedes vierte getestete Krankenhaus aktiv den Versichertenstatus ab. In diesen Krankenhäusern hatten gesetzlich Versicherte eine rund 20 Prozent längere Wartezeit für einen Behandlungstermin als privat Versicherte.

„Unsere Untersuchung zeigt ähnliche Ergebnisse, wie wir sie bislang nur aus amerikanischen Vergleichsstudien kannten", erklärt Professor Dirk Sauerland, Lehrstuhlinhaber für Volkswirtschaftslehre, Gesundheits- und Institutionenökonomik an der WHL. Je nach Krankheitsbild warteten die gesetzlich Versicherten unterschiedlich lange auf einen Termin.

Bei der Indikation "Knöchelbruch" mussten gesetzlich Versicherte mehr als doppelt so lange warten (131 Prozent) als privat Versicherte. Bei der Indikation Herzkranzgefäßverengung lag die Wartezeit noch 18 Prozent und bei "Krebsverdacht" noch fünf Prozent über den privat Versicherten. Während 41 Prozent der privat Versicherten innerhalb einer Woche einen Termin erhielten, waren es bei den gesetzlich Versicherten nur 28 Prozent. Zwei Wochen nach dem Anruf erhielten 73 Prozent der gesetzlich Versicherten einen Termin, während der Anteil privat Versicherter bereits bei 81 Prozent lag.

Für Doktor Björn Kuchinke von der TU Ilmenau bringt das Studiendesign zwei Vorteile gegenüber anderen Erhebungen mit sich: "Zum einen ist die Studie repräsentativ für Gesamtdeutschland und nicht nur für eine Region. Zum andern haben wir bewusst auf Erinnerungsdaten von Patienten verzichtet, da diese in ihrer Aussagekraft erhebliche Probleme mit sich bringen."

MEDICA.de; Quelle: AKAD. Die Privat-Hochschulen