Kein Referenzstandard für Diagnoseverfahren

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das IQWiG im Juli 2006 beauftragt, zu prüfen, welche Diagnoseverfahren am besten geeignet sind, Asthma bronchiale bei Kindern im Vorschulalter festzustellen. Zudem sollte das Institut ermitteln, welchen Nutzen oder Schaden sich aus den auf die Diagnose folgenden therapeutischen Maßnahmen bei diesen Kindern ergeben kann. Der G-BA möchte mithilfe der IQWiG- Expertise die Frage beantworten, ob und - wenn ja - wie neue Disease Management Programme (DMP) für Kinder im Vorschulalter eingerichtet werden sollen. Bisher können Kinder erst ab einem Alter von fünf Jahren in ein DMP eingeschrieben werden.

Das IQWiG ist deshalb in einem ersten Teilauftrag der Frage nachgegangen, welche Maßnahmen bei Verdacht auf Asthma bronchiale im Kleinkindalter zur Diagnosestellung empfohlen werden und ob es einen Referenzstandard gibt, an dem die diagnostische Sicherheit einzelner Verfahren gemessen werden könnte. Die Wissenschaftler haben dazu ärztliche Behandlungs-Leitlinien der Fachgesellschaften systematisch recherchiert und daraufhin untersucht, ob ein Referenzstandard beschrieben wird oder sich aus den Empfehlungen ableiten lässt.

Der Befund ist eindeutig: In keiner der insgesamt 14 Leitlinien, die das IQWiG in ihre Auswertung einbeziehen konnte, wurde ein Diagnoseverfahren ausdrücklich als Referenzstandard beschrieben. Zwar wurde in allen Asthma-Leitlinien betont, dass die Diagnose durch eine Kombination verschiedener Untersuchungsschritte zu stellen ist.

Ein bestimmter Algorithmus, also welche Maßnahmen speziell bei den Zwei- bis Fünfjährigen in welcher Reihenfolge miteinander zu kombinieren sind, geht aus den Leitlinien jedoch nicht hervor. Lediglich in zwei Leitlinien wurden für die relevante Altersgruppe Symptome mit bestimmten Risikofaktoren verknüpft.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen