Das Fußballspiel ist durch wechselnde azyklische Beanspruchungen gekennzeichnet. Die Spielleistung wird bedingt durch die konditionelle, koordinativ-technische und psychische Einstellung des Spielers. Berechnungen haben gezeigt, dass die effektive Spielzeit eines 90minütign Fußballspiels für den einzelnen Spieler bei etwa 60 Minuten liegt. In dieser Zeit verbrennt ein durchschnittlicher Spieler rund 1.500 kcal und läuft etwa zehn Kilometer. Zwei Drittel der Gesamtdistanz geht der Spieler oder trabt, bis zu 25 Prozent legt er mit mittlerer Geschwindigkeit zurück und zehn Prozent läuft oder sprintet er mit hoher Intensität. Bei David Odonkor sind es vielleicht etwas mehr als zehn Prozent!

Solche Belastungen stehen auf Dauer nur körperlich gesunde Spieler durch. Seit 1999 sind daher für die Profis der ersten und zweiten Bundesliga sportmedizinische Vorsorgeuntersuchungen verpflichtend. Sie beinhalten einen allgemeinmedizinischen und orthopädischen Teil, dazu ein kardiologisches Screening mit Ruhe- und Belastungs-EKG sowie einer Echokardiographie. Außerdem werden Laboruntersuchungen vorgenommen. Für die WM 2006 mussten sich die Spieler aller 32 teilnehmenden Mannschaften einer standardisierten Untersuchung unterziehen. Dies geschieht zum ersten Mal vor einer Fußballweltmeisterschaft. Ziel ist, das Risiko eines plötzlichen Herztods auf dem Spielfeld zu minimieren.

Leistungsstarke Fußballer haben häufig ein mäßig vergrößertes Sportherz, ähnlich wie Ausdauersportler. Im Vergleich zu Ausdauersportlern wie zum Beispiel Langläufern haben Fußballer häufig größere Herzvolumina und linksventrikuläre Muskelmassen. Möglicherweise stellt die besondere Anforderung beim Fußball, der Wechsel zwischen Ruhe- und Sprintphasen, einen besonderen Reiz zur kardialen Anpassung dar.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Ärzteblatt 2006, Vol. 103, S. 1605-1610