Mit dem Body Mass Index (BMI) steigt das Risiko kardiovaskulärer Schäden. So zeigt sich ein klarer positiver Zusammenhang zwischen dem BMI und dem Risiko einer Koronaren Herzkrankheit (KHK). Pro Zunahme von 2 kg/m2 beim BMI steigt das KHK-Risiko um 14 Prozent. Dazu tragen ein hoher Blutdruck, Dyslipidämien und eine verminderte Glukosetoleranz bei, die man oft bei einem hohen BMI sieht. Der Zusammenhang zwischen dem BMI und Schlaganfällen wird dagegen noch kontrovers diskutiert. Einige Studien haben einen positiven Zusammenhang gezeigt, andere nicht. Jetzt sollte eine große prospektive Studie in China neue Daten zu dieser Fragte liefern.

211.946 Männer im Alter zwischen 40 und 79 Jahren nahmen daran teil und ließen sich unter anderem umfangreich befragen. Der durchschnittliche BMI zu Beginn der Studie lag bei 21,7 kg/m2. Keiner von ihnen hatte zu Beginn der Studie Anzeichen einer kardiovaskulären Erkrankung.

Nach zehn Jahren konnte die Studiengruppe unter der Leitung von Professor Zhengming Chen von der Oxford University in Oxford, Großbritannien, keinen eindeutigen linearen Zusammenhang zwischen dem BMI und dem Risiko eines Schlaganfalls nachweisen: 5.766 Probanden waren an einem Schlaganfall gestorben, die meisten an einem hämorrhagischen Insult (69 Prozent), viele an einem ischämischen Insult (24 Prozent). Die anderen Schlaganfälle waren anderer Genese.

Allerdings zeigte die Untersuchung auch, dass für jeden Anstieg des systolischen Blutdrucks von 3 mmHg das Schlaganfallrisiko um 5,6 Prozent steigt. Obwohl sich mit dem BMI auch der systolische Blutdruck erhöht, hatten nur Männer mit einem BMI über 25 kg/m2 ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Immerhin konnte die Studie zeigen, was man schon nach anderen Untersuchungen vermutete: In Asien ist die Zahl hämorrhagischer Insulte relativ höher als in den westlichen Industrieländern.

MEDICA.de; Quelle: Stroke 2008, Vol. 39, S. 753-759