"Bei Wildschweinen steigt die radioaktive Belastung seit 1996 sogar wieder an", sagt Florian Emrich, Sprecher des BfS. Ursache für die vergleichsweise hohe Belastung einzelner Tierarten ist laut der Studie die jeweilige Nahrungszusammensetzung und dabei vor allem die radioaktive Belastung einzelner Komponenten.

Der gemessene Mittelwert der radioaktiven Kontamination von Wildschweinfleisch im untersuchten Gebiet betrug 2004 6.700 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm (Bq/kg). "Damit liegt die durchschnittliche Belastung von Wildschweinen um ein Vielfaches über dem Grenzwert zur Nahrungsmittelvermarktung von 600 Bq/kg Radiocäsium", so Emrich.

Erstmals identifizierten die Forscher laut Bericht die genaue Ursache für die hohe Belastung: Im Gegensatz zu Rehen oder Rothirschen verzehrten sie eine spezielle Pilzart, die sogenannten Hirschtrüffeln. Diese würden zwar nur sechs Prozent der Nahrungsmittelzusammensetzung bei Wildschweinen ausmachen, aber zu mehr als 80 Prozent der radioaktiven Belastung beitragen.

Beim Vergleich unterschiedlicher Futterkomponenten hätten die Hirschtrüffel mit einem Durchschnittswert von 24.700 Bq/kg Radiocäsium zudem alle anderen Nahrungsbestandteile um ein Vielfaches übertroffen. Ursache der hohen Belastung sehen die Forscher in dem nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl niedergegangene radioaktive Cäsium. Das wandere langsam in tiefere Bodenschichten und werde von den Trüffeln besonders gut aufgenommen. "Deshalb ist auch in den kommenden zwei Jahrzehnten nicht mit einem nennenswerten Rückgang bei der Kontamination von Wildschweinfleisch zu rechnen", so Emrich weiter.

Wer für sich persönlich die Strahlenbelastung so gering wie möglich halten möchte, solle deshalb auf den Verzehr von vergleichsweise hoch kontaminierten Pilzen und Wildbret aus dem Bayerischen Wald verzichten, so der Rat des BfS.

MEDICA.de; Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz