Keine generelle Entwarnung für Handynutzer

Foto: Handynutzer

Insbesondere für Kinder und
Langzeitnutzer können Risiken nicht
ausgeschlossen werden; © SXC

Vor sechs Jahren hat das BfS das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF) gestartet, mit dem Ziel, die geltenden Grenzwerte kritisch zu überprüfen. In 54 Teilstudien wurden Fragen zur Strahlenbelastung im Alltag aufgegriffen.

Die Studien ergaben, dass die Strahlenbelastung der Bevölkerung trotz zunehmender Technisierung weit unterhalb der Grenzwerte liegt. Expositionen nahe an den Grenzwerten treten nur bei der Nutzung einiger körpernah betriebener Geräte auf, wie z.B. bei der Nutzung von Handys.

Das Forschungsprogramm konnte jedoch nicht alle Fragen abschließend beantworten. Weiterhin Forschungsbedarf gibt es vor allem in Hinblick auf mögliche Langzeitrisiken für Handynutzungszeiten von mehr als zehn Jahren. Außerdem ist weiterhin unklar, ob Kinder empfindlicher auf Handystrahlung reagieren als Erwachsene.
Das BfS rät deshalb weiterhin auf eine vorsorgliche Verringerung der Strahlenbelastung zu achten. Jeder kann die Strahlenbelastung durch das eigene Verhalten beim Umgang mit dem Handy selbst verringern:

  • Möglichst nicht bei schlechtem Empfang telefonieren, z. B. aus Autos ohne Außenantenne.
  • Beim Kauf des Handys auf den so genannten SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate) achten. Als besonders strahlungsarm gelten Mobiltelefone mit einem SAR-Wert von 0,6 Watt/kg oder niedriger. Die SAR-Werte der aktuell verfügbaren Handy-Modelle stehen auf der Webseite des BfS.
  • Kopfhörer nutzen; die Strahlungsquelle (Antenne) befindet sich dann nicht direkt am Ohr.
  • SMS-Möglichkeiten nutzen, da man dann das Handy nicht am Kopf halten muss.
  • wenn möglich, das Festnetztelefon nutzen.


MEDICA.de; Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz