Kindertraumatologisches Zentrum an der Unimedizin im Aufbau

04/10/2016

Seit diesem Sommer werden verletzte Kinder in der zentralen Notaufnahme der Unfallchirurgie Greifswald von Unfallchirurgen und Kinderchirurgen gemeinsam erstversorgt. "Wir wollen die Notfallversorgung für Kinder und Jugendliche der Region weiter verbessern", informierte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Professor Winfried Barthlen.
Bild: Junge im Krankenhausbett; Copyright: panthermedia.net/WavebreakmediaLtd

Künftig sollen Notfälle bei Kindern in einem gesonderten Unfallzentrum behandelt werden; © panthermedia.net/WavebreakmediaLtd

Mit dieser Maßnahme soll die fachübergreifende Zusammenarbeit bei Kindernotfällen intensiviert und die Einrichtung eines Kindertraumatologischen Zentrums an der UMG vorbereitet werden. Dazu wird am 5. Oktober 2016 ein Fachsymposium der Kinder- und Unfallchirurgen an der Universitätsmedizin Greifswald stattfinden. Die Weiterbildungsveranstaltung richtet sich in erster Linie an Mediziner und Fachpflegekräfte. Interessenten sind recht herzlich eingeladen.

Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Rehabilitative Medizin, Prof. Axel Ekkernkamp, begrüßte die Zusammenlegung. "Die Versorgung von Kindern mit Unfallverletzungen erfordert die enge Zusammenarbeit des Traumatologen und des Kinderchirurgen. Das ist auch in großen Klinika nicht immer gegeben. Hier nimmt die Universitätsmedizin Greifswald eine Vorreiterrolle ein. Mit unserem fachübergreifenden Know-how garantieren wir die zügige und kompetente Versorgung nach einem Haushalts-, Freizeit- oder Verkehrsunfall auch für den jüngsten Nachwuchs", so der Unfallchirurg.

In der zentralen Notaufnahme gibt es einen separaten Wartebereich und einen Behandlungsraum nur für Kinder und Jugendliche mit Verletzungen, Knochenbrüchen oder Platzwunden. "Es ist immer ein Assistenzarzt vor Ort und ein kinderchirurgischer Facharzt rund um die Uhr verfügbar", betonte Barthlen. Ausgenommen von der Neuregelung sind Neugeborene und Säuglinge bis zu einem Alter von einem Jahr. Diese werden auch weiterhin an die kindermedizinische Notaufnahme weitergeleitet. Kinder und Jugendliche sind nach einem Verkehrsunfall auch vorher schon zunächst in der unfallchirurgischen Notaufnahmeinterdisziplinär versorgt worden. Mit der Erweiterung der Versorgung auf alle Arten von Unfällen im Kindes- und Jugendalter soll die Interdisziplinarität der Fachärzte gestärkt werden. Auch für Unfallchirurgen, die in der Notaufnahme arbeiten oder selbst Rettungsdienste fahren, ist die Kenntnis der Behandlung von Kindernotfällen wichtig für ihre alltägliche Arbeit.

Die gemeinsame Erstversorgung stellt den ersten Schritt hin zu einem interdisziplinären kindertraumatologischen Zentrum dar, in dem die Spezialisten Hand in Hand arbeiten und junge Assistenten aller Fachrichtungen die besonderen ambulanten, stationären und operativen Behandlungsstrategien von Verletzungen im Kindesalter erlernen können.


MEDICA.de; Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Mehr über die Universität Greifswald unter: www.uni-greifswald.de