Kissenentzug macht Fett-Polster

Zu wenig geschlafen; © Hemera

Verschiedene Studien haben sich mit dem Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und Gewichtszunahme beschäftigt – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Zuverlässigere Daten kommen jetzt von einer großen prospektiven Studie, an der 68.183 Frauen im Alter über 16 Jahre teilnahmen. Die Teilnehmerinnen dieser so genannten "Nurses Health Study" füllten am Beginn der Studie im Jahre 1986 einen umfangreichen Fragebogen aus, in dem sie unter anderem Auskunft über ihre Schlafgewohnheiten gaben. Alle zwei Jahre wurde diese Fragebogenaktion bei den Teilnehmerinnen wiederholt.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von 16 Jahren nahmen jene Frauen, die höchstens fünf Stunden pro Nacht schliefen, durchschnittlich 1,04 Kilogramm mehr an Gewicht zu als jene Frauen, die sich regelmäßig mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht gönnten. Frauen mit einem Schlafrhythmus von sechs Stunden nahmen 0,68 Kilogramm mehr an Gewicht zu als die Sieben-Stunden-Damen.

Das Übergewicht-Risiko steigt mit abnehmender Schlafdauer: Frauen mit fünfstündigem Schlaf haben ein 15 Prozent höheres Risiko, einen Body Mass Index von mehr als 30 kg/m2 zu bekommen als Frauen mit einem Schlafrhythmus von sieben Stunden. Bei sechsstündigem Schlaf ist das Risiko immerhin noch sechs Prozent höher.

Dieser klare Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Body Mass Index war auch nach Berücksichtigung von Bewegung und Kalorienaufnahme noch messbar. Merkwürdigerweise nahmen jene Frauen, die nur wenig schliefen, auch weniger Kalorien zu sich. Sie müssten also dünner sein als die Landschläferinnen. Möglicherweise, so vermuten die Studienleiter, verbrennen die Kurzschläfer bei gleicher Tätigkeit weniger Kalorien als die Langschläfer, weil ihr Metabolismus herabgesetzt ist.

MEDICA.de; Quelle: Associated Professional Sleep Societies (APSS) 2006 annual meeting Abstract 349