Klagen über psychische Belastungen

Das belegen aktuelle Ergebnisse des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung. Dieser regelmäßig durchgeführten repräsentativen Umfrage zufolge klagt jeder dritte Erwerbstätige über psychische Belastungen, mehr als 20 Prozent der deutschen Bevölkerung suchen innerhalb eines Jahres wegen psychischer Probleme einen Arzt auf.

Die unsicheren wirtschaftlichen Verhältnisse verschärfen die Situation: 52 Prozent der Menschen in befristeten Arbeitsverhältnissen klagen über psychische Belastungen. Aber auch rein subjektiv erlebte Zukunftssorgen, wie arbeitslos (46 Prozent) und durch neue Technologien überflüssig (50 Prozent) zu werden oder im Fall von Arbeitslosigkeit keine neue Arbeit zu finden (41 Prozent), gehen mit einem erhöhten Risiko psychischer Beschwerden einher.

Selbst ohne Sorgen um die berufliche Zukunft haben schwierige Arbeitsbedingungen einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden: Wer mehr als fünf Tage die Woche arbeitet (42 Prozent) oder täglich einen Arbeitsweg von mindestens 30 Minuten zu bewältigen hat (38 Prozent), wird häufiger psychisch krank. Ebenso kann das Betriebsklima die Psyche beeinträchtigen. Dies trifft vor allem zu, wenn der Entzug von Vergünstigungen (47 Prozent), Abmahnungen (52 Prozent) oder Kündigung (49 Prozent) im Falle von häufigerer oder längerer Krankschreibung zu erwarten sind.

Spätestens hier wird deutlich, dass häufige psychische Erkrankungen im Arbeitsumfeld auch auf Führungsprobleme hinweisen können. "Viele Arbeitgeber haben dies erkannt und führen intensive Schulungsmaßnahmen für ihre Führungskräfte durch", sagt Doktor Jan Böcken von der Bertelsmann Stiftung. Dies ist auch ein Ansatz, die Konflikte an den Berührungsstellen zwischen beruflichem und privatem Bereich in den Griff zu bekommen.

MEDICA.de; Quelle: Bertelsmann Stiftung