In allen Altersgruppen ist die Rate der Übergewichtigen in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Die britische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, den jährlichen Anstieg der übergewichtigen Kinder unter elf Jahren zu stoppen. Da die Möglichkeiten zur Behandlung des Übergewichts beschränkt sind, muss der Prävention ein großes Gewicht zukommen. Allerdings ist nicht klar, wie frühzeitig eine Prävention des Übergewichts beginnen sollte.

So stellt sich auch die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Schwere eines Kindes oder dessen Wachstum und folgendem Übergewicht gibt. Dieser Frage ging nun eine systematische retrospektive Studie nach, in die all jene Studien einflossen, die den Zusammenhang zwischen der Größe eines Kindes und dessen Wachstum in den ersten zwei Lebensjahren sowie dem späteren Übergewichtsrisiko untersuchten.

18 Studien waren geeignet. Sie alle zeigten, dass übergewichtige Kinder in den ersten zwei Lebensjahren und jene, die in Bezug auf ihre Körpergröße und den Body Mass Index in der oberen Gruppe ihrer Altersklasse lagen, ein deutlich erhöhtes Risiko haben, auch später im Leben übergewichtig zu sein. Das relative Risiko für Übergewicht steigt auf 1.35 bis 9.38.

Zehn Studien hatten zudem den Zusammenhang zwischen Wachstumsgeschwindigkeit und Übergewichtsrisiko untersucht. Auch hier zeigte sich: Schnell wachsende Kinder sind später im Leben häufiger übergewichtig als langsamer wachsende Altersgenossen. In dieser Gruppe schwankte das relative Risiko zwischen 1.17 und 5.70.

Das interessante an dieser Meta-Analyse: Sie untersuchte Studien, die zum Teil bis zum Jahre 1927 zurückreichten. Der Zusammenhang zwischen frühkindlichem Übergewicht oder schnellem Wachstum und späterem Übergewicht war über die Jahre hinweg immer derselbe.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 331, S. 929