Die Ergebnisse eines Modellprojekts des Instituts für Technologie und Arbeit der Technischen Universität Kaiserslautern zeigen, dass die Einführung Klinischer Patientenpfade wichtige Effekte auslösen können: Durch eine Verbesserung der Prozesse werden Kosten eingespart und die Qualität der Behandlungen für die Patienten verbessert. Die interdisziplinäre Erarbeitung der Pfade verbessert darüber hinaus die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Mitarbeitern in der Pflege und in den Funktionseinheiten.

Im Rahmen der Reformen im Gesundheitswesen wird die Krankenhausfinanzierung auf das vollpauschalierte Entgeltsystem "Diagnosis Related Groups" umgestellt. Dies führt zu einem Paradigmenwechsel: Während sich in der Vergangenheit die Verweildauer im Krankenhaus für die Bezahlung relevant war, geht es jetzt um eine Maximierung der Fallzahlen, was zwangsweise zu einer Minimierung der Aufenthaltstage im Krankenhaus führen muss.

Behandlungspfade sind interdisziplinären Versorgungspläne, die die optimale Abfolge oder Terminierung der wichtigsten Interventionen verbindlich festlegen. Sie werden von allen Disziplinen (Ärzte, Pflege und Funktionseinheiten), die bei der Versorgung eines Patienten mit einer bestimmten Diagnose beteiligt sind, erarbeitet. Klinische Behandlungspfade sollen Doppelarbeiten ausschalten und veraltete Verfahren ablösen. Oberste Prämisse ist hierbei die Erhaltung und Steigerung der Behandlungsqualität.

Nach erfolgreichem Abschluss des Modellprojekts erarbeitet das Institut für Technologie und Arbeit derzeit ein Übertragungskonzept zur Reorganisation der Strukturen und Prozesse in kleineren Krankenhäusern mit regionaler Bedeutung. Neben der Bildung interdisziplinärer Projektgruppen, die die verschiedenen Gruppen im Krankenhaus einbezieht, steht dabei die Nutzung von Synergien durch Verbundprojekte im Zentrum der Betrachtung.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Technologie und Arbeit