Was ist erfolgreiches Altern? Allgemein ist die Ansicht zu hören, dass geistige Frische und Beweglichkeit wesentlich zur Lebensqualität im Alter beitragen. Hängt dies davon ab, welche kognitive und intellektuelle Leistungsfähigkeit der alternde Mensch jemals besessen hat?

Die Zusammenhänge zwischen Intelligenz und Zufriedenheit im Alter wurden nun in einer Langzeitstudie untersucht. 550 Menschen nahmen daran teil. Alle wurden 1921 geboren und machten im Durchschnittsalter von 10,9 Jahren (also 1932!) und im Alter von 79,1 Jahren denselben Test zur geistigen Leistungsfähigkeit. Aus den Ergebnissen dieses Test errechneten die Studienleiter den Intelligenzquotienten beziehungsweise den kognitiven Verlust über die Jahre. Außerdem füllten die alten Menschen als junge Menschen und als Senioren einen Fragebogen über ihre Lebenszufriedenheit aus.

Weder im Alter von elf noch im Alter von 79 Jahren zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen dem Intelligenzquotienten und der Lebenszufriedenheit. Ebenso wenig signifikant war der Zusammenhang zwischen der Lebenszufriedenheit und dem Grad des kognitiven Verlustes. Dies galt für beide Geschlechter gleichermaßen.

Dieses Ergebnis verwundert die Studienleiter einerseits, denn Intelligenz ist ein Wert, dem in unserer Gesellschaft viel Beachtung geschenkt wird. Andererseits sind sich die Wissenschaftler auch einig darüber, dass Intelligenz alleine nicht zur Lebenszufriedenheit führen muss. Denn sie hat sowohl positive Seiten (hohe Anteilnahme am gesellschaftlichen Leben) als auch negative Aspekte (möglicherweise Unzufriedenheit mit der eigenen Situation).

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 331, S. 141-142