Knackiges hemmt Krebs

Für Gemüsemuffel lohnt es sich, öfter
zuzubeißen; © Hemera

Wer täglich 300 Gramm Obst und Gemüse verzehrt, läuft seltener Gefahr später an diesen Krebsarten zu leiden. Das haben Wissenschaftler herausgefunden, die an der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Studie arbeiten. Sie werteten die Daten von 130.633 Männern und 215.271 Frauen aus, die sechs Jahre lang Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten und Lebensumstände gegeben haben. Etwa fünf Jahre nach dem Ende der Studie waren 255 Männer, aber nur 97 Frauen an Mund-, Rachen-, Kehlkopf- oder Speiseröhrenkrebs erkrankt.

Dabei profitieren vor allem Männer von mehr Obst und Gemüse. Während bei ihnen das Risiko pro 80 Gramm pflanzlicher Nahrung täglich durchschnittlich um ganze zwölf Prozent sinkt, sind es bei Frauen lediglich neun Prozent. Wer allerdings bereits mehr als 300 Gramm täglich zu sich nimmt, kann das Gefahrpotential, auch wenn er noch mehr Pflanzliches isst, vermutlich nicht mehr weiter senken.

„Die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Auftreten der Erkrankung sind bemerkenswert. Obwohl die Zahl der weiblichen Studienteilnehmer deutlich größer war, gab es bei den männlichen Teilnehmern fast zweimal soviel Krebsneuerkrankungen. Ebenso war eine erhöhte Obst- und Gemüseaufnahme bei Männern mit einer stärkeren Risikosenkung verbunden", fasst Heiner Boeing, Leiter der Potsdamer EPIC-Studie, die Resultate zusammen.

Dass Männer weitaus häufiger an Krebs erkrankten, ließe sich mit einem generell höheren Alkohol- und Zigarettenkonsum der männlichen Studienteilnehmer erklären, so Boeing. Dass Männer mehr davon profitierten, Pflanzliches zu essen, ließe sich wiederum dadurch erklären, dass die Obst- und Gemüseaufnahme gerade bei Männern in Nord-, West- und Mitteleuropa gering sei und unter der von Frauen liege. Weiterhin profitierten hauptsächlich Personen von mehr Verzehr , die sonst nur wenig gesundes Grünzeug äßen.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke