Knapp acht Milliarden Mehrausgaben

Größter Ausgabenträger im Gesundheitswesen war die gesetzliche Krankenversicherung mit 57,5 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben. Überdurchschnittliche Ausgabenanstiege gab es im Jahr 2007 bei den Leistungen der Prävention und des Gesundheitsschutzes, die auf insgesamt 10,1 Milliarden Euro angewachsen sind. Dieser starke Anstieg ist insbesondere auf die höheren Ausgaben bei Schutzimpfungen zurückzuführen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt werden.

Medizinisch gebotene Schutzimpfungen sind im Rahmen des Gesetzes zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung Mitte 2007 zu Pflichtleistungen der Krankenkassen geworden. Auch die Ausgaben für Arzneimittel stiegen 2007 gegenüber 2006 überdurchschnittlich an und erreichten insgesamt ein Volumen von 41,7 Milliarden Euro. Ein Teil dieses Anstieges kann durch die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes von 16 Prozent auf 19 Prozent zum 1. Januar 2007 erklärt werden, von der auch die Arzneimittel betroffen waren.

Fast die Hälfte der Ausgaben für Güter und Dienstleistungen im Gesundheitswesen sind 2007 in ambulanten Einrichtungen angefallen. Die Ausgaben in diesen Einrichtungen stiegen im Vergleich zum Jahr 2006 mit 4,9 Prozent überdurchschnittlich. Arztpraxen und Apotheken waren die bedeutsamsten ambulanten Einrichtungen.

Den prozentual stärksten Anstieg hatten Einrichtungen der ambulanten Pflege zu verzeichnen, für deren Leistungen Ausgaben in Höhe von 7,9 Milliarden Euro anfielen. Dieser Ausgabenanstieg ist auch auf den Zuwachs der Ausgaben für Behandlungspflege wie zum Beispiel Verbandwechsel oder Medikamentengaben im Rahmen der häuslichen Krankenpflege zurückzuführen.

MEDICA.de; Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland