Bild: Knoblauch 
Für seine Blutfette muss
niemand Knoblauch essen
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Knoblauch gehört zu den meistverkauften Nahrungssupplementen in den USA. Es wird angepriesen, weil es angeblich Herz und Kreislauf schützen und Cholesterin senken können soll. Die meisten der verkauften Produkte werden auf den Inhaltsstoff Allicin standardisiert. Allicin kann in vitro die Cholesterinsynthese hemmen. Bislang wurden schon verschiedene Studien unternommen, um einen kardioprotektiven und vor allem cholesterinsenkenden Effekt von Knoblauchnachzuweisen. Die Ergebnisse waren aber widersprüchlich.

In einer Studie hat man jetzt genauer untersucht, welchen Effekt roher Knoblauch sowie zwei bestimmte Knoblauch-Supplemente auf den Cholesterinspiegel von Versuchspersonen mit moderater Hypercholesterinämie haben.

192 Personen nahmen daran teil. Alle hatten einen LDL-Cholesterinwert von 130 bis 190 mg/dL. Randomisiert wurden sie einer von vier Untersuchungsgruppen zugeteilt: roher Knoblauch, ein Supplement mit Knoblauchpulver, ein spezieller Knoblauchextrakt und Placebo.

Während der Untersuchungsphase verzehrten die Studienteilnehmer zunächst zwei Wochen lang genau definierte Sandwiches. In einer zweiten Phase erhielten sie dazu die jeweiligen Knoblauch- beziehungsweise Knoblauchsupplemente oder Placebo dazu. Sechs Monate lang untersuchte man monatlich das Blut der Probanden.

Große Enttäuschung am Ende der Studie: In keiner der Gruppen hatte sich der LDL-Cholesterinwert signifikant verändert. Auch die Werte des HDL-Cholesterins sowie der Triglyzeride oder des Gesamt-Cholesterins bewegten sich in keiner Richtung.

Bei aller Enttäuschung müssen die Studienleiter jedoch auch zugeben, dass sie möglicherweise nicht alle Effekte des Knoblauchs gemessen haben. Es könnte durchaus sein, so schreiben sie, dass Knoblauch anti-inflammatorische Effekte hat oder den Blutdruck senkt und dadurch positiv wirkt.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2007, Vol. 167, S. 346-353