Koffein passiert die Plazentaschranke ungehindert und kann zu Vasokonstriktionen führen und damit zu fetalen Hypoxien. Dies wiederum könnte das Wachstum des Fötus verlangsamen. Zumindest haben einige Studien gezeigt, dass die Babys von Schwangeren, die täglich 300 Milligramm Koffein zu sich nehmen, im Durchschnitt 100 bis 200 Gramm leichter sind als Babys von Frauen, die keinen Kaffee in der Schwangerschaft trinken. Allerdings waren die Studienergebnisse bislang nicht eindeutig.

Nun hat sich eine dänische Arbeitsgruppe der Universität von Aarhus dieser Frage gestellt. Sie gewannen 1.207 schwangere Frauen für eine Studie zum Zusammenhang von Kaffeekonsum und Geburtsgewicht. Etwa in der 20. Schwangerschaftswoche wurde die Gruppe geteilt: Randomisiert tranken die Frauen danach bis zum Ende der Schwangerschaft entweder nur noch entkoffeinierten Kaffe, oder sie nahmen nach wie vor ihre drei Tassen Koffeinkaffees zu sich.

Nach der Geburt verglich man die Babys der Frauen beider Gruppen miteinander. Einfaches Ergebnis: Die Kinder unterschieden sich nicht signifikant voneinander: Weder in Bezug auf das Geburtsgewicht noch das Gestationsalter gab es Unterschiede. Nachdem man verschiedene Parameter wie Alter, Zahl vorangegangener Schwangerschaften oder Body Mass Index der Frauen herausgerechnet hatte, zeigte sich nur ein relativ kleiner und nicht signifikanter Vorteil für die Babys jener Frauen, die entkoffeinierten Kaffee bekommen hatten: Sie waren nämlich durchschnittlich 16 Gramm schwerer als die Kinder der Koffeinkaffee-Mütter.

Möglicherweise, so schreiben die Studienautoren, muss man den koffeinierten Kaffee schon früher in der Schwangerschaft absetzen, um einen sichtbaren Effekt zu erreichen.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 334, S. 409