Nach Unfällen, Angriffen oder auch kriegerischen Handlungen kommt es oft zu posttraumatischen Belastungsstörungen (post traumatic stress disorder: PTSD). Solche Störungen werden häufig mit kognitiver Verhaltenstherapie behandelt. Die Wirksamkeit dieser Therapie ist gut untersucht, allerdings in der Regel nach nicht-kriegerischen Auseinadersetzungen, zum Beispiel bei Opfern von Verkehrsunfällen oder Opfern von Vergewaltigungen. Relativ wenig weiß man darüber, wie PTSD nach terroristischen Attacken wie zum Beispiel dem Angriff auf das World Trade Center zu behandeln ist.

Relativ viel Erfahrung mit Terrorismus haben die Menschen in Nordirland. Dort haben Wissenschaftler nun untersucht, wie effektiv kognitive Verhaltenstherapie bei PTSD in Folge von terroristischen Attacken ist.

58 Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung nahmen daran teil. In der Regel waren sie Zeugen terroristischer Anschläge oder von bewaffneten Auseinandersetzungen im Nordirland-Konflikt geworden. Randomisiert erhielten die Patienten eine kognitive Verhaltenstherapie, die im Durchschnitt 5,9 Sitzungen beinhaltete, oder wurden zunächst auf eine Warteliste gesetzt und erst später behandelt.

Zwölf Wochen nach Beginn der Studie hatten sich die Beschwerden bei jenen Patienten, die sofort behandelt wurden, deutlich stärker gebessert als bei jenen Patienten, die zunächst warten mussten: Auch depressive Beschwerden und Behinderungen im Arbeitsleben und im sozialen Kontext besserten sich unter der sofortigen Therapie. Wurden die Patienten erst später therapiert, verschwanden die Beschwerden deutlich langsamer, wenn überhaupt. Der Rückgang der Beschwerden war in der „Wartegruppe“ nicht sehr stark ausgeprägt.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 334, S. 1147