Kommunikation mit älteren Menschen

Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) wollen den Helfer so ausrüsten, dass er selbst komplexe Medien einfach nutzbar macht. Das Ziel: Auch wenn sie ans Haus gebunden sind, sollen ältere Menschen ihre sozialen Kontakte aufrechterhalten und so Isolation verhindern sowie kognitive Fähigkeiten trainieren können.

„Ruf meine Tochter an!“ Vielleicht hat der ältere Mann die Nummer vergessen oder das Telefon verlegt, vielleicht ist er aber auch gestürzt und kann sich nicht selbst helfen. ALIAS (Adaptable Ambient Living ASsistant) wird das egal sein – er hilft in jedem Fall. Denn der Roboter versteht den Senior und stellt die Verbindung zur gewünschten Kontaktperson her. Heute ist ALIAS eine Figur mit Kopf, Rädern und PC. Damit er tatsächlich zur häuslichen Hilfskraft wird, werden ihn die TUM-Forscher in den nächsten Jahren mit Software und Bedienelementen ausrüsten – in der Überzeugung, dass „soziale Roboter“ bei den Herausforderungen des demographischen Wandels in Europa helfen können.

„Viele ältere Menschen wollen solange wie möglich zu Hause wohnen bleiben, auch wenn sie in ihren körperlichen oder geistigen Fähigkeiten eingeschränkt sind“, sagt Projektkoordinator Professor Frank Wallhoff vom Lehrstuhl für Mensch-Maschine-Kommunikation. „Natürlich wollen sie von dort aus Kontakt halten zu ihrer Familie, Freunden oder Einrichtungen an ihrem Wohnort. Wir wollen ihre Kommunikationsfähigkeit in ihrem Alltag und damit ihre Autonomie erhöhen.“

ALIAS soll nicht nur Telefonanrufe ermöglichen. Auch in Chats und sozialen Netzwerken sollen sich die Nutzer bewegen können. Eine E-Card zu verschicken oder sich in einem Online-Spiel zu messen, wird ebenfalls kinderleicht sein. Und auf Zuruf liest ALIAS aus der Zeitung vor oder übersetzt aus anderen Sprachen. Möglich machen soll die einfache Bedienbarkeit unter anderem ein Spracherkennungssystem und ein Touch Screen mit großen Feldern – Tastatur, Maus sowie Telefone mit zu kleinen Tasten und Displays werden überflüssig. Später könnte außerdem eine ferngesteuerte Gesundheitsüberwachung entwickelt werden, die den Nutzern zusätzliche Sicherheit bietet.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität München