Diese so genannte "European Survey of Physicians and Women with Osteoporosis"-Studie hatte zum Ziel, die Gründe zu hinterfragen, warum Frauen mit Osteoporose die Behandlung nicht fortführten. Sie zeigte, dass 34 Prozent der befragten Frauen entweder nicht wussten, welche Vorteile ihre Behandlung erbrachte oder fälschlich dachten, dass diese überhaupt keine Vorteile hätte. Wenn sich die Frauen über Nachteile beklagten, dann im Zusammenhang mit Unbequemlichkeiten und Nebenwirkungen.

85 Prozent der befragten Ärzte hatten einem Patienten, der anschließend die Einnahme einstellte, ein Bisphosphonat verschrieben, die am häufigsten verordnete Osteoporosebehandlung.

Die Untersuchung zeigte einige schwerwiegende Kommunikationslücken zwischen Ärzten und den von ihnen behandelten Patienten auf. Drei Fünftel der befragten Patienten gaben an, durch die Behandlung vor allem etwas Positives für Ihre Gesundheit tun zu wollen. Dagegen legten 41 Prozent der Ärzte das Hauptaugenmerk auf negative Motivationsquellen wie Angst, indem sie ihnen erklärten, welche Risiken und Fraktur-Komplikationen sie erleiden könnten, wenn sie die Behandlung absetzten. Eine wichtige Schlussfolgerung aus dieser Untersuchung ist deshalb, dass mit positiver Ermutigung eine größere Motivation erzeugt werden kann, als durch den Hinweis auf die negativen Konsequenzen des Therapieabbruches.

Während sich darüber hinaus die Ärzte über die Bedeutung der Langzeitbehandlung einig sind und 82 Prozent sagten, sie hätten ihren Patienten mitgeteilt, sie sollten die Therapie mindestens ein bis zwei Jahre lang fortsetzen, so konnten sich etwas mehr als die Hälfte der Patienten nicht mehr daran erinnern, darüber informiert worden zu sein, wie lange sie ihre Behandlung fortführen sollten.

MEDICA.de; Quelle: International Osteoporosis Foundation (IOF)