Kommunikationstechnologie zum Nutzen des Gesundheitsbereiches

10.11.2014
Foto: Arzt bedient ein Tablet

Der vermehrte Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie im Gesundheitsbereich kann das Verhältnis Arzt-Patient verbessern und die Kosten senken; ©panthermedia.net/ Novic

Eine aktuelle Studie des Instituts für Umwelthygiene am Zentrum für Public Health der MedUni Wien zeigt, dass der vermehrte Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Gesundheitsbereich sowohl das Verhältnis Arzt-Patient verbessern als auch die Kosten senken kann.

Laut der für die Studie befragten Experten – Ärzten sowie Vertretern von Patienten und des Gesundheitssystems – könnten davon alle profitieren: Patienten, Gesundheitssystem und die öffentliche Hand durch langfristige Einsparungen.

Gesellschaftliche Trends wie eine alternde Gesellschaft und medizinische Fortschritte – zum Beispiel im Bereich der individualisierten Medizin – führen zu enormen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen. Ein Mehr an IKT könnte diesem Trend gegensteuern und die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten ebenso wie den Bereich der Gesundheitsvorsorge verbessern und eigenverantwortliche Entscheidungen der Patienten fördern.

Grundlage der Arbeit war eine Studie, in der Experten des österreichischen Gesundheitswesens zu möglichen Zukunftsszenarien im Zusammenhang mit „Gesundheit und IKT“ befragt wurden. Tendenziell befürworten die Befragten ein mehr an Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitsbereich, wobei Ärzte eine etwas skeptischere Haltung einnehmen.

Laut der Studie wären deutliche Verbesserungen in zahlreichen Bereichen möglich. Beispielsweise wäre eine bessere Vernetzung und IT-Infrastruktur der Gesundheitseinrichtungen im Interesse aller, da sich Bürokratie und unnötige und belastende Doppelbehandlungen von Patienten vermeiden ließen. Notwendige Behandlungen könnten schneller beginnen und Wartezeiten vermieden werden. Wenn Gesundheitsdienstleister besser vernetzt wären, müssten Patienten nicht mehr – wie heute in der Praxis oft notwendig – selbst für die Aufbewahrung, Übermittlung und Mitnahme von Befunden sorgen. Mobile Endgeräte oder Applikationen würden eine IKT-gestützte Gesundheitsprävention ermöglichen und könnten dabei helfen, dass Patienten gesund älter werden.

Die Erstautorin der Studie, Daniela Haluza vom Institut für Umwelthygiene am Zentrum für Public Health der MedUni Wien, verweist auf einen weiteren großen Nutzen: „Ein effizienter IKT-Einsatz im Gesundheitswesen bringt enorme Einsparungen. Denn Netzwerk- und Organisationsstrukturen ermöglichen den kosteneffizienten, schnellen und sicheren Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Krankenhäusern, Ärzten und ambulanten Kliniken.“

Allerdings sind sich die befragten Experten auch der Risiken eines vermehrten Einsatzes von Informationstechnologien im Gesundheitswesen bewusst. „Zwar kann die Informations- und Kommunikationstechnologie die Qualität des Gesundheitswesens und die Patienten-Zufriedenheit erhöhen. Gleichzeitig entstehen dadurch aber hohe Initialkosten und neue Gefahrenquellen wie Datensicherheitslücken“, erklärt Co-Autor David Jungwirth.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Universität Wien