Prof. Dr. Weerapan Khovidhunki von der Chulalongkorn University in Bangkok, Thailand, hat eine entsprechende Studie beim Kongress „ENDO 2008, the Endocrine Society 90th Annual Meeting“ vorgestellt. Ein Gestationsdiabetes ist ein bekannter Risikofaktor für Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt. Bislang war aber nicht bekannt, ob auch eine Insulinresistenz das Risiko für solche Komplikationen erhöht.

An der thailändischen Studie nahmen 538 schwangere Frauen teil. Alle hatten bei einem Insulin-Provokationstest positiv reagiert. Bei allen Frauen wurde der Nüchtern-Blutzuckerwert bestimmt und ein oraler Glukosetoleranztest vorgenommen. Mit Hilfe des „homeostasis model assessments of insulin resistance (HOMA1-IR und HOMA2-IR)“ bestimmten die Studienleiter dann jene Frauen, die eine erhöhte Insulinresistenz aufwiesen und stuften sie als „geringe“, „mittlere“ oder „hohe“ Insulinresistenz ein.

Jene Frauen, bei denen sich mit Hilfe des oralen Glukosetoleranztests ein Gestationsdiabetes nachweisen ließ, wiesen durchschnittlich höhere Nüchtern-Blutzuckerwerte und eine höhere Insulinresistenz auf als Frauen mit negativem Glukose-Toleranztest.

Frauen, die nach HOMA1-IR in der höchsten Tertile lagen, hatten im Vergleich zu Frauen in der untersten Tertile ein 41 Prozent höheres Risiko, dass sich bei ihnen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt Komplikationen ergaben. Ähnliches galt für die Neugeborenen. Wenn deren Mütter in Bezug auf ihre Insulinresistenz in der höchsten Tertile gemäß HOMA1-IR lagen, dann war das Risiko, dass das Neugeborene an einer Makrosomie, Hypoglykämie und anderen Komplikationen litt, gar 75 Prozent höher als bei Neugeborenen, deren Mütter in der untersten Tertile lagen.

MEDICA.de; Quelle: ENDO 2008, the Endocrine Society 90th Annual Meeting P3-532