Beim so genannten "body packing" schmuggeln Menschen Drogen in die USA, indem sie Rauschgiftpäckchen schlucken und am Zielort wieder ausscheiden. Platzt ein Rauschgiftpäckchen im Körper kann dies tödlich enden.

Meist werden junge Männer als "body packer" tätig. Doch in jüngster Zeit wurden immer häufiger auch junge Frauen aufgegriffen. In einem Zeitschriftenartikel diskutieren US-amerikanische Mediziner jetzt den Fall einer jungen 26-jährigen Frau, die in der 32. Woche schwanger war und mit Kokainpäckchen in ihrem Körper in den USA aufgegriffen wurde. Man verabreichte ihr Polyäthylenglykol, um die Darmpassage zu beschleunigen. Eines der Rauschgiftpäckchen war jedoch geplatzt.

Einige Stunden später erlitt die junge Drogenkurierin Krämpfe. Die Ärzte verabreichten ihr Diazepam und intubierten sie. Ihr Zustand besserte sich jedoch nicht und der Fötus wurde bradykard. Die Ärzte leiteten darauf hin einen Notfall-Kaiserschnitt ein, unter dem die Frau verstarb.

Die Autopsie der verstorbenen Mutter ergab, dass sie 157 Latexpäckchen mit 830 Gramm Kokain geschluckt hatte. Die Päckchen fand man im Magen und allen Darmwindungen. Das eine aufgegangene Päckchen hatte eine Serumkonzentration von 4.600 ng/mL ergeben.

Das Neugeborene überlebte zwar die Notfall-Sectio. Doch ein Jahr nach der Geburt zeigten sich bei dem Kind neurologische Entwicklungsstörungen.

Amerikanische Ärzte empfehlen in solchen Fällen in jedem Fall eine abdominale Röntgenaufnahme. Die Strahlendosis sei für das Kind unschädlich, schreiben sie. Außerdem müssten eventuelle Beschwerden nach Rauchgiftvergiftung therapiert werden. Im schlimmsten Fall, wenn alle Mittel versagen, bleibt nur die perimortale Sectio caesarea.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Emergency Medicine 2006, Vol. 48, S. 323-325